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Anspruchsvoraussetzungen

Anspruchsberechtigte Personen gemäss Opferhilfegesetz (Opfereigenschaft)

Opfer ist jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist.

 

Auch die Angehörigen des Opfers haben Anspruch auf Beratung und gewisse finanzielle Leistungen der Opferhilfe. Als Angehörige gelten die Ehegatten, eingetragene Partnerinnen und Partner, Kinder und Eltern sowie andere Personen, die dem Opfer in vergleichbar enger Beziehung nahe stehen (z.B. Geschwister, Lebensgefährtinnen und -gefährten).

Straftat im Sinne des Opferhilfegesetzes

Es muss eine Straftat im Sinne des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) vorliegen, durch die das Opfer in seiner körperlichen, sexuellen oder psychischen Unversehrtheit (Integrität) beeinträchtigt worden ist. Die Beeinträchtigung muss unmittelbar sein und eine gewisse Intensität erreichen.

In Frage kommen deshalb vor allem die folgenden strafbaren Handlungen:

  • Tötungsdelikte, einfache und schwere Körperverletzung (auch durch Verkehrsunfälle)
  • Raub, schwerer Entreissdiebstahl
  • Drohung, Nötigung
  • Freiheitsberaubung, Geiselnahme
  • Sexualdelikte (insbesondere Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Handlungen mit Kindern)

Nicht massgebend ist, ob die Tat vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurde oder die Täterschaft überhaupt schuldhaft gehandelt hat. Die Einreichung einer Strafanzeige wird nicht vorausgesetzt. Ebenfalls nicht von Bedeutung ist, ob der Täter bzw. die Täterin ermittelt werden konnte oder nicht.

Ist die Straftat im Ausland begangen worden, so wird bei den Beratungsleistungen und Kostenbeiträgen für längerfristige Hilfe Dritter vorausgesetzt, dass das Opfer sowohl zum Zeitpunkt der Straftat als auch zum Zeitpunkt der Gesuchstellung Wohnsitz in der Schweiz hat; den Angehörigen stehen diese Hilfeleistungen zu, wenn sowohl sie als auch das Opfer diese Voraussetzung erfüllen. Der Anspruch auf Entschädigung und Genugtuung ist hingegen gänzlich ausgeschlossen.

Intensität der Beeinträchtigung durch die Straftat

Nicht jede geringfügige oder kurzfristige Beeinträchtigung der Unversehrtheit (Integrität) ist ausreichend, um als Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes zu gelten. Die Beeinträchtigung muss von einer gewissen Intensität sein: Das konkrete Ausmass der Betroffenheit des Opfers ist dabei massgebend, nicht die Schwere der Straftat.

Straftaten, die im Bereich einer Tätlichkeit liegen (z.B. Ohrfeige), sind deshalb mangels Intensität der Beeinträchtigung in der Regel nicht geeignet, eine Opferstellung zu begründen. Ausnahmen werden aber vor allem im Zusammenhang mit wiederholten Tätlichkeiten im Kontext von häuslicher Gewalt gemacht.

Schaden

Von der Opferhilfe werden nur Personenschäden (wie Kosten für medizinische und psychologische Behandlung, Notunterkunft/Frauenhaus, Lebensunterhalt, Erwerbsausfall, Haushalt- und Betreuungsschaden, Versorgerschaden, Bestattungskosten, erlittene seelische Unbill), die unmittelbare Folge der Verletzung der körperlichen, sexuellen oder psychischen Unversehrtheit (Integrität) sind, entschädigt. Reine Sach- und sonstige Vermögensschäden werden nicht übernommen.

Je nach Art des erlittenen Personenschadens werden von der Opferhilfe unterschiedliche finanzielle Leistungen erbracht.

Subsidiarität

In der Opferhilfe gilt das Prinzip der Subsidiarität. Finanzielle Leistungen werden nur dann erbracht, wenn weder die Täterschaft noch andere Leistungspflichtige (z.B. Haftpflicht-, Kranken- und Sozialversicherungen) den Schaden des Opfers übernehmen.


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