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Bericht über Zeitvorsorgemodelle Kanton Bern will Freiwilligenarbeit im Altersbereich stärken

19. März 2020 – Medienmitteilung

Der Regierungsrat erachtet die Zeitvorsorge im Altersbereich als keine zielführende Lösung für den Kanton Bern. Er schlägt stattdessen drei alternative Ansätze zur Stärkung der Freiwilligenarbeit im Altersbereich vor: Die professionelle Begleitung von Freiwilligen, den Einbezug von Personen aus dem Integrationsbereich und die Organisation eines «Tages der pflegenden Angehörigen». Der Regierungsrat hat den entsprechenden Bericht zuhanden des Grossen Rates verabschiedet.

Der Regierungsrat hat den Bericht zum Postulat «Zeitvorsorge, ein innovatives Modell zur Förderung von unentgeltlichem Engagement in der Betagtenbetreuung - auch im Kanton Bern?» verabschiedet. Das Modell der Zeitvorsorge sieht vor, dass Pensionierte niederschwellige Betreuung für Betagte anbieten und später selbst von der Betreuung durch die nachfolgende Generation profitieren. Je nach Zeitvorsorge-Modell erfolgt eine Abgeltung in Form eines Zeitguthabens sowie eine staatliche Garantieleistung für die Leistungserbringenden. Nach eingehender Prüfung erachtet der Regierungsrat die Einführung eines Zeitvorsorge-Modells im Kanton Bern für nicht sinnvoll, weil dies mit hohen Kosten verbunden wäre und die Risiken und Nachteile überwiegen. Da der Regierungsrat die Freiwilligenarbeit im Altersbereich als wichtige Ergänzung zu den professionellen Angeboten sieht, möchte er stattdessen mit drei konkreten Ansätzen die Freiwilligenarbeit im Altersbereich zum Teil neu ausrichten und intensivieren.

Weiterentwicklung der angeleiteten Laienarbeit im Altersbereich

Der Regierungsrat beurteilt die Zeitvorsorge zwar kritisch, erachtet aber die professionell angeleitete Laienarbeit in St. Gallen als sehr interessant. Bei der angeleiteten Laienarbeit werden Freiwillige für hauswirtschaftliche und soziale Aufgaben eingesetzt, für die es nicht zwingend eine formelle Qualifikation braucht. Damit sie auch komplexere Betreuungssituationen bewältigen können, werden die Freiwilligen durch professionelle Kräfte geschult. Die Stadt St. Gallen kann dadurch 75 Prozent der sozialbegleiterischen und hauswirtschaftlichen Leistungen abdecken. Durch diese von den Betroffenen sehr geschätzte Unterstützung kann bei tieferen Kosten mehr Wirkung erzielt werden. Dieser Ansatz wird bereits heute im Kanton Bern praktiziert, aber noch nicht in grossem Umfang. Der Regierungsrat will deshalb ein Pilotprojekt für die Weiterentwicklung der angeleiteten Laienarbeit lancieren.

Einbezug von Personen des Integrationsbereichs für die Freiwilligenarbeit im Alter

Personen des Integrationsbereichs - namentlich Sozialhilfebeziehende, Personen des Asyl- und Flüchtlingsbereichs sowie Menschen mit Behinderungen - erhalten im Kanton Bern neben vielfältiger professioneller und finanzieller Unterstützung in hohem Mass Support durch Freiwillige. Der Regierungsrat schlägt in Form von verschiedenen Pilotprojekten vor, ergänzend dazu den umgekehrten Weg zu gehen: Geeignete Personen des Integrationsbereichs leisten ihrerseits begleitete Freiwilligenarbeit, um anderen fragilen Menschen zu helfen. Die Personen des Integrationsbereichs können praktisch und sinnstiftend tätig sein, sie erweitern ihre Kompetenzen, leisten einen gesellschaftlich wichtigen Beitrag und stärken ihre Selbstwirksamkeit sowie ihren eigenen Integrationsweg.

Tag der pflegenden Angehörigen

Zurückgehend auf die Motion 203-2019 Roulet wird die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion am 30. Oktober 2020 erstmals einen «Tag der pflegenden Angehörigen» organisieren. Damit will der Kanton Bern ab 2020 das Engagement der Freiwilligen würdigen und sichtbar machen sowie öffentlich für ihren Einsatz danken. Der Regierungsrat orientiert sich am Kanton Waadt, der bereits Erfahrungen mit einem Aktionstag für Freiwillige gesammelt hat und an einer aktiven Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern Interesse bekundet. Der Kanton Bern profitiert dabei nicht nur vom Know-how, sondern auch von diversen bestehenden Grundlagen und Tools. Das Projekt wird erstmals im zweisprachigen Teil des Kantons Bern realisiert und anschliessend etappenweise auf den ganzen Kanton ausgeweitet.

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