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Störfallvorsorge

Die Bevölkerung und die Umwelt sollen vor schweren Schädigungen infolge von Störfällen geschützt werden. Eine Explosion in einem Betrieb oder das Auslaufen gefährlicher Chemikalien auf einem Verkehrsweg gelten dann als Störfall, wenn erhebliche Einwirkungen ausserhalb des Betriebsareals oder auf und ausserhalb des Verkehrswegs auftreten. Betriebe mit erheblichen Mengen an brennbaren Gasen, gefährlichen Chemikalien oder Mikroorganismen müssen die nötigen Vorsichtsmassnahmen treffen, dass allfällige Störfälle nicht zu schweren Schädigungen führen. Dasselbe gilt für die Inhaber von Bahnen, Strassen oder Gasleitungen. Das Kantonale Laboratorium beurteilt Risiken auf Schiene, Strasse und in Betrieben mit biologischen und chemischen Tätigkeiten. Es betreut den kantonalen Risikokataster für A-, B- und C-Gefährdungen.

Betriebe, in denen bestimmte Mengenschwellen von Stoffen, Zubereitungen oder Sonderabfällen überschritten werden oder Verkehrswege, auf denen gefährliche Güter transportiert werden, weisen ein Gefahrenpotenzial auf. Die Inhaber von Betrieben und Verkehrswegen müssen vorsorglich Massnahmen treffen, um das Risiko eines Störfalls zu vermindern. Den Vollzugsbehörden müssen die Inhaber eines Betriebs oder eines Verkehrsweges einen Kurzbericht einreichen.

Risikobeurteilung

In einem zweistufigen Verfahren beurteilt das Kantonale Laboratorium die Risiken von stationären Betrieben mit biologischem und/oder chemischem Gefahrenpotenzial sowie von Transportwegen. Der Kurzbericht (1. Beurteilungsstufe) gibt einen Überblick über die vorhandenen Sicherheitsmassnahmen und enthält eine Einschätzung des Ausmasses der möglichen Schädigungen infolge von Störfällen. Das Kantonale Laboratorium kann bei Bedarf eine vertiefte Abklärung in Form einer Risikoermittlung (2. Beurteilungsstufe) anordnen.
Im Kanton Bern fallen rund 400 Betriebe, 200 km Nationalstrassen, 2'100 km Kantonsstrassen, 900 km Eisenbahnstrecken und 120 km Gasleitungen unter die Vorschriften der Störfallverordnung.

Risikokataster

Der kantonale Risikokataster wird vom Kantonalen Laboratorium in einem geografischen Informationssystem (GIS) geführt. Er zeigt die Gefahrenpotenziale, welche von Betrieben, Verkehrswegen und Gasleitungen ausgehen. Er lässt gehäufte Gefahrenpotenziale auf engem Raum (kumulierte Risiken) leicht erkennen. Er dient Gemeinden, Verwaltungskreisen, Kanton und Bund als Planungsgrundlage und ist ein wichtiges Informations- und Einsatzdokument für die kantonalen, regionalen und kommunalen Führungsstäbe von Feuerwehr, Chemiewehr, Sanität, Zivilschutz und Polizei.

Raumplanung

Bei der Standortwahl für Betriebe und Anlagen mit hohem Gefahrenpotenzial sind Konflikte mit der Siedlungsentwicklung zu minimieren. Umgekehrt soll das Risiko von bestehenden Betrieben wegen Ein- oder Umzonungen nicht merklich ansteigen. Kartografische Darstellungen von Konsultationsbereichen mit Wirkdistanzen relevanter Risikobetriebe und -Anlagen müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

Rechtliche Grundlagen

Verordnung vom 27.Februar 1991 über den Schutz vor Störfällen (Störfallverordnung, StFV); SR814.012:

Störfallverordnung

Einführungsverordnung zur eidgenössischen Störfallverordnung (EV StFV); BAG 820.131:

Einführungsverordnung


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