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eHealth im Kanton Bern

Was ist eHealth?

«eHealth» auch Electronic Health (englisch für auf elektronischer Datenverarbeitung basierende Gesundheit) ist ein Sammelbegriff für den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen. Primär geht es um die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Gestaltung, Unterstützung und Vernetzung aller Abläufe zwischen Gesundheitsfachleuten und Gesundheitsinstitutionen untereinander sowie zwischen ihnen und den Patientinnen und Patienten. «eHealth» soll zudem der Bevölkerung den Zugang zu einem effizienten, sicheren und kostengünstigen Gesundheitswesen ermöglichen. Kernstück von «eHealth» ist deshalb das elektronische Patientendossier (EPD).

National

Der «Dialog Nationale Gesundheitspolitik» hat an seiner Sitzung vom 1. März 2018 die Strategie eHealth Schweiz 2.0 verabschiedet. Bund und Kantone lösen damit die Strategie von 2007 ab. Die Hauptziele der Strategie bis 2022 sind, das elektronische Patientendossier (EPD) einzuführen und zu verbreiten sowie die Digitalisierung rund um das EPD zu koordinieren. Die Menschen in der Schweiz sollen künftig digital kompetent sein und verantwortungsbewusst mit digitalen Daten umgehen können. In Zukunft sollen Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsfachpersonen digitale Daten und Infrastrukturen mehrfach nutzen können. In einem nächsten Schritt werden Bund und Kantone unter der Koordination von eHealth Suisse gemeinsam mit den relevanten Akteuren bis im Herbst 2018 die konkreten Massnahmen für die Zielerreichung erarbeiten.

Der Bundesrat hat auf den 15. April 2017 das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) in Kraft gesetzt. Mit dem elektronischen Patientendossier sollen die Qualität der medizinischen Behandlung gestärkt, die Behandlungsprozesse verbessert, die Patientensicherheit erhöht und die Effizienz des Gesundheitssystems gesteigert sowie die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten gefördert werden. Alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz sollen EPDs eröffnen können. Die Eröffnung ist freiwillig und kann widerrufen werden.

Die Führung und Verwaltung der EPDs obliegen sogenannten „Gemeinschaften“ oder „Stammgemeinschaften“. Im Ausführungsrecht zum EPDG regelt der Bund die erforderlichen technischen und organisatorischen Voraussetzungen für den Betrieb dieser Organisationen. Dies dient insbesondere der Sicherstellung des Datenschutz, der Datensicherheit und der Interoperabilität (Austausch- und Zusammenarbeitsfähigkeit der Systeme). Die Einhaltung der Bestimmungen wird im Rahmen einer Zertifizierung überprüft. Spitäler müssen sich bis 15. April 2020 einer zertifizierten Stammgemeinschaft oder Gemeinschaft anschliessen, um die Zulassung zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht zu verlieren. Für Pflegeheime und Geburtshäuser beträgt diese Frist fünf Jahre. Für ambulant tätige Gesundheitsfachpersonen wie niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Apotheken oder Spitexorganisationen ist der Beitritt zu einer Stammgemeinschaft oder Gemeinschaft freiwillig.

Der Aufbau und die Zertifizierung von Gemeinschaften und Stammgemeinschaften werden vom Bund mit Finanzhilfen in der Höhe von insgesamt 30 Millionen Franken unterstützt. Voraussetzung ist, dass sich die Kantone oder Dritte in mindestens gleicher Höhe an dieser Anschubfinanzierung beteiligen.

 

eHealth im Kanton Bern

Anfang 2016 startete die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) des Kantons Bern die «BeHealth-Initiative». Sie hatte zum Zweck, die Gesundheitsbetriebe beim Aufbau eines eHealth-Netzwerkes organisatorisch zu unterstützen und insbesondere die Frage zu klären, ob im Kanton Bern Stammgemeinschaften oder Gemeinschaften aufgebaut werden sollen und falls ja, wie viele. Zur Klärung der Frage wurde ein Steuerungsausschuss eingesetzt, das sich aus Delegierten des Netzwerks der Berner Spitäler und Kliniken (spitäler.be), des Verbands der Privatspitäler des Kantons Bern (VPSB), des Spitex Verbands Kanton Bern, der Association Spitex privée Suisse (ASPS), Aerztegesellschaft des Kantons Bern (BEKAG), Verband Berner Pflege- & Betreuungszentren (vbb abems), Apothekerverband des Kantons Bern (apobern) und Interessengemeinschaft privater Leistungserbringer der klinisch-stationären Rehabilitation (IGKSR) zusammensetzte.

Die Verbände der Berner Leistungserbringer im Gesundheitswesen einigten sich in der Folge darauf, einerseits allen Leistungserbringern den Beitritt zu einer einzigen Stammgemeinschaft zu empfehlen und andererseits diese in Form der axsana AG zusammen mit dem Kanton Zürich aufzubauen und zu betreiben. Ihre bisherige Zusammenarbeit verstärkten sie ab Mitte 2017 in einem gemeinsamen eHealth-Netzwerk (IG-BeHealth), dem auch der Kanton Bern als Mitglied beigetreten ist. Die IG-BeHealth ist ebenfalls im von den Leistungserbringern des Kantons Zürcher gegründeten Trägervereinerein XAD aktiv, sie stellt einen Teil der Vorstandsmitglieder. Der Verein XAD wiederum erarbeitet mit der der axsana AG die Anwendungsmodule der Stammgemeinschaft auf der axsana/Swisscom-Plattform. Die Kantone Bern und Zürich gründeten mit der Cantosana AG im Oktober 2017 eine kantonale Trägerschaft, welche paritätisch mit dem Verein XAD Anteile von je 50% an der axsana AG hält. Daneben wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass sich weitere Kantone und deren Leistungserbringer den entsprechenden Organen anschliessen und die Weiterentwicklung der Stammgemeinschaft axsana AG vorantreiben können.

Das Finanzhilfegesuch der Kantone Bern und Zürich wurde Mitte Februar 2018 beim BAG eingereicht. Der Bernische Grosse Rat genehmigte im März 2018 einstimmig die kantonale Anschubfinanzierung.


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