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Hausbesuchsprogramme

Der Kanton Bern unterstützt zwei verschiedene Hausbesuchsprogramme. Das Programm schritt:weise (setzt eine eigene Koordinationsstelle voraus) wird nur noch an den bisherigen Standorten unterstützt. Das Hausbesuchsangebot plus wird in allen Gemeinden mitfinanziert, die das Angebot ihren Familien zugänglich machen möchten.

Hinweis

Der operative Start des Hausbesuchsangebotes plus erfährt aufgrund der Corona-Pandemie und der zu ihrer Verlangsamung beschlossenen Massnahmen eine Verzögerung. Soweit es die weiteren Entwicklungen zulassen ist vorgesehen, dass das Angebot ab August 2020 zur Verfügung steht. Nähere Informationen erhalten Sie von der Mütter- und Väterberatung Kanton Bern oder von der Abteilung Familie des Kantons Bern.

Ziel und Zweck von Hausbesuchsprogrammen

Kinder benötigen ab Geburt ein stabiles und sicheres Umfeld, in dem ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden. Eine tragfähige Eltern-Kind-Beziehung in den ersten drei Lebensjahren ist ein massgebender Faktor einer gelingenden Kindesentwicklung.

Verschiedene Risikofaktoren können es Eltern jedoch erschweren, die Entwicklung ihrer Kinder angemessen zu fördern und zu begleiten. Dazu gehören nebst Aspekten eines tiefen sozioökonomischen Status (geringe Ressourcen für die Gestaltung eines sicheren und anregungsreichen Umfeldes) insbesondere soziale Isolation und fehlende Kenntnisse der Bedürfnisse des Kindes.

Es gibt eine (verhältnismässig kleine) Anzahl von Eltern, welche aufgrund fehlenden Wissens, fehlender Bildung, kultureller Gepflogenheiten, Unsicherheit, etc. entweder reguläre Angebote der frühen Förderung nicht wahrnehmen und/oder in deren Rahmen nicht ausreichend intensiv begleitet und unterstützt werden können. Für diese Familien sind aufsuchende Angebote bzw. Hausbesuchsprogramme konzipiert.

Hausbesuchsprogramme haben entsprechend folgende Ziele: Belastete Familien werden frühzeitig präventiv erreicht und in ihrer Betreuungs-, Erziehungs- und Sozialisationsfunktion praxisnah unterstützt. Trotz schwieriger Voraussetzungen soll eine gute und gesunde Entwicklung des Kindes in den ersten Lebensjahren erreicht werden. Im Fokus steht der Aufbau einer starken Eltern-Kind-Beziehung. Die Eltern sollen ihre Erziehungskompetenzen und ihr Wissen über Erziehung und die kindliche Entwicklung erweitern können. Durch die Stärkung der Ressourcen der Eltern sollen nicht zuletzt auch die Chancen der Kinder beim Schuleintritt angeglichen werden.

Das Hausbesuchsangebot plus

Im Hausbesuchsangebot plus werden Eltern (idealerweise) direkt ab Geburt ihres 1. Kindes während 25 Monaten engmaschig, praxisnah und konkret von speziell ausgebildeten Mütter- und Väterberaterinnen angeleitet, wie sie die individuellen und altersgemässen Bedürfnisse ihres Kindes erkennen und damit umgehen können. Je nach Unterstützungsbedarf werden die Eltern zusätzlich an spezialisierte Fachstellen triagiert und der Erstkontakt mit diesen unterstützt. Die Intensität der Begleitung orientiert sich am individuellen Bedarf und an den Entwicklungsschritten der Familie. Die Begleitung erfolgt zuhause und via Telefon – wenn erforderlich auch samstags und abends sowie mehrsprachig mittels Einsatz von Brückenbauerinnen.

Mit Gruppentreffen und dem Initiieren sowohl von Anschlusslösungen wie einem Kita- oder Spielgruppenbesuch wie auch dem Zugang zu anderen Unterstützungsangeboten wie der regulären Mütter- und Väterberatung oder der Erziehungsberatung wird zudem auf eine Vernetzung und Integration für eine nachhaltige positive Weiterentwicklung hingearbeitet.

Die Teilnahme am Hausbesuchsangebot plus ist für die Familien freiwillig: Die Eltern sind in der Beratungsbeziehung gleichwertige und verantwortliche Partner. Es ist die Entscheidung der Eltern das Angebot anzunehmen. Ein Ausstieg aus dem Angebot ist jederzeit möglich.

Die Anmeldung erfolgt über die Gemeinden. Eine Mindestzahl ist nicht notwendig und die Anmeldungen können zu einem beliebigen Zeitpunkt im Jahr und fortwährend erfolgen. Damit Familien zeitnah und ohne grössere bürokratische Hürden in das Hausbesuchsprogramm aufgenommen werden können, empfiehlt es sich, dass Gemeinden eine Vereinbarung mit der Mütter-und Väterberatung abschliessen. Diese hält u.a. fest, welche Anzahl Familien pro Jahr maximal ins Angebot aufgenommen werden können.

Hinweis

Nähere Informationen erhalten Sie direkt von der Mütter- und Väterberatung Kanton Bern oder von der Abteilung Familie des Kantons Bern.

Kosten und Finanzierung

Bei Familien mit einem der folgenden Aufenthaltsstatus kommt der Kanton Bern vollständig für die Kosten auf: Asylsuchende, Vorläufig Aufgenommene Ausländer oder Flüchtlinge (vorläufig Aufnahme oder Asyl). Den Gemeinden werden für diese Familien keine Kosten verrechnet. (Dies ist bei schritt:weise nicht möglich, da hier das zur Verfügung stehende Kontingent nicht zentral verwaltet werden kann).

Bei den übrigen Familien beteiligt sich der Kanton zu einem Drittel an den Kosten (PDF, 205 KB, 1 Seite). Die Abrechnung erfolgt jährlich gemäss effektivem Aufwand.

Eine Finanzierung der für die Gemeinden anfallenden Kosten für die Hausbesuchsprogramme über die sog. SIL der Sozialhilfe ist nicht möglich, da es sich nicht um Kosten handelt, welche von den Eltern normalerweise selber getragen werden.

 


Weitere Informationen

 


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Informationen über diesen Webauftritt

https://www.gef.be.ch/gef/de/index/familie/familie/fruehe_foerderung/Angeboteimueberblick/Hausbesuchsprogramm_schrittweise.html