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Coronavirus Gesundheitsbereich geht in eine nächste Phase

8. Mai 2020 – Medienmitteilung

Zusammen mit den weiteren Lockerungsschritten ab dem 11. Mai geht auch das Gesundheitswesen im Kanton Bern in eine neue Phase. Das Kontaktmanagement wurde wieder aufgenommen und es sollen möglichst alle Covid19-Fälle durch Tests entdeckt werden. Besuche in Alters- und Pflegeheimen sind unter Einhaltung der Schutz- und Hygienevorgaben in beschränktem Masse wieder erlaubt. Mit einer Kampagne weisen der Kanton und seine Gesundheitsinstitutionen darauf hin, dass die Arzt- und Therapiepraxen sowie die Spitäler wieder im geregelten Betrieb arbeiten.

Die Anstrengungen und Entbehrungen der Bevölkerung zeigen ihre Wirkung: Im Kanton Bern ist die Zahl der Ansteckungen stark zurückgegangen. Per Stichtag heute verzeichnet der Kanton Bern 1818 positiv getestete COVID-19-Fälle. In den letzten sieben Tagen wurden 51 neue Fälle gemeldet, im Vergleich zu bis zu 400 Fällen pro Woche auf dem Höhepunkt Ende März.

Zurzeit befinden sich 39 COVID-19-Patienten in Spitalpflege, 8 Personen sind auf der Intensivstation und 6 Personen werden beatmet. Zum Vergleich: Der 7. April war der Tag mit den höchsten Zahlen im Kanton. Damals waren 123 Personen im Spital, 35 Personen in der Intensivpflege, davon wurden 27 künstlich beatmet. Der Kanton Bern beklagte bis zum 7. April 37 Todesfälle. Bis heute sind es 90.

Die erste Welle der Ansteckungen konnte erfolgreich eingedämmt werden. Ab nächstem Montag stehen weitere Lockerungsschritte an. Nun sei die Eigenverantwortung jeder und jedes einzelnen gefragt, sagte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg. Dies vor allem auch, um eine zweite Ansteckungswelle zu verhindern. Er appellierte an einem Point de Presse an die Bevölkerung, sich weiterhin an die Distanz- und Hygieneregeln zu halten.

Breites Testen – auch bei leichten Symptomen

Der Kanton Bern ist bereit für die Durchführung von zusätzlichen Corona-Tests. Das Bundesamt für Gesundheit hat die Testkriterien angepasst und erweitert. Es empfiehlt jetzt, dass alle Personen mit Symptomen, auch nur leichten, einer akuten Atemwegserkrankung (mit oder ohne Fieber), mit Muskelschmerzen oder Geruchs- und Geschmacksverlust, sich auf Covid-19 testen lassen. Das Drive-in- Testzentrum auf dem BEA-Gelände in Bern verfügt über ausreichend Kapazitäten und ist für eine hohe Anzahl von Tests vorbereitet. Wie bereits seit Anfang der Pandemie können sich alle auch an anderen Orten testen lassen: In allen Spitälern des Kantons sowie bei vielen ärztlichen Gesundheitszentren und Praxen.

Pierre Alain Schnegg betonte, dass die Firmen in ihrem Sicherheitskonzept Vorkehrungen treffen sollen, um Abklärungen zu beschleunigen. Es sei sehr wichtig, dass Firmen den Gesundheitszustand ihres Personals genau beobachten würden. Personen mit Symptomen sollten sich rasch testen lassen und in Isolation nach Hause gehen. Nach Eintreffen der Testresultate gelten bei einem positiven Befund die Regeln des BAG zur Isolation, bei einem negativen Befund können die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach der Gesundung an den Arbeitsplatz zurückkehren.

Pierre Alain Schnegg forderte zudem eine sofortige und einfache Lösung der Finanzierung der Corona-Tests in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen, dem Bund und den Kantonen.

Kontaktmanagement und Contact-Tracing

Das Kontaktmanagement und das Contact-Tracing des Kantonsarztamts sind seit Ende April wieder operationell. Zurzeit arbeitet rund ein Dutzend Personen an diesen Aufgaben, ab Montag sind es bereits doppelt so viele. Kantonsärztin Linda Nartey sieht vor, den Dienst der Nachfrage anzupassen. In den Erläuterungen zum Kontaktmanagement zeigte die Kantonsärztin auf, dass eine positiv getestete Person durchschnittlich mit einem engen Kreis von fünf bis zehn Personen in direktem Bezug gestanden ist, bei welchen eine Quarantäne angeordnet werden muss. Pro positiv getesteter Person und ihrem Umfeld ist im Kontaktmanagement mit einem Zeitaufwand von 20 bis 40 Stunden zu rechnen. Damit bei einer steigenden Zahl von Kontakten die Prozesse und das Datenmanagement vereinfacht werden können, wird die GSI in den kommenden Wochen eine digitale Lösung einführen.

Wichtig ist für den Kanton auch, dass eine Tracing-App auf nationaler Ebene eingesetzt wird. Das Kontaktmanagement und Contact-Tracing werden zu einem zentralen Faktor, um die Ansteckungsketten mit dem Coronavirus rasch zu unterbrechen. Das Kantonsarztamt ist die zentrale Drehscheibe bei dieser Pandemie und hat weitreichende Befugnisse, die in der momentanen aussergewöhnlichen Lage mit dem Kantonalen Führungsorgan und der Regierung geteilt werden.

Ab nächster Woche sind Besuche in Alters- und Pflegeheimen wieder möglich

Im Kanton Bern ist es Institutionen ab nächster Woche wieder erlaubt, Besuche in Alters- und Behindertenheimen zu ermöglichen. Dabei ist es an den Heimen, die Besuche so zu organisieren, dass die Schutzbestimmungen eingehalten werden können.

Die Institutionsleitungen sind angehalten, ihr Schutzkonzept mit Bestimmungen zur Besuchsmöglichkeit zu ergänzen. Dabei ist der Schutz der Bewohnenden weiterhin prioritär. Die Institutionen sollen nach Möglichkeit, im Rahmen der geltenden Schutzmassnahmen, Besuchsmöglichkeiten schaffen, welche die Bedingungen vor Ort berücksichtigen, die Einhaltung der Hygienevorschriften garantieren und insbesondere der unterschiedlichen Gefährdung der Bewohnenden auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe Rechnung tragen. Gerade im Behindertenbereich sind die Bewohnenden in sehr unterschiedlichem Mass einer Risikogruppe zugehörig. Die Möglichkeiten, Besuche zuzulassen, müssen sich entsprechend an den Realitäten der Institutionen und an den Bedürfnissen der Bewohnenden orientieren.

Spitäler, Arzt- und Therapiepraxen sind offen für alle Patientinnen und Patienten

Am Point de Presse schilderten Prof. Dr. Jonas Marschall, Chefarzt Universitätsklinik für Infektiologie / Leiter Spitalhygiene Insel Gruppe und Dr. med. Esther Hilfiker, Radiologin und Präsidentin der Ärztegesellschaft des Kantons Bern, dass in den vergangenen Wochen viele Menschen kein Spital und keine Arztpraxis aufsuchten, obschon dies aus medizinischer Sicht nötig gewesen wäre. Sie befürchten, sich dort mit dem Coronavirus anzustecken. Dieses Zögern birgt bei Menschen, die ärztliche oder pflegerische Betreuung in Anspruch nehmen sollten, die Gefahr von längerfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Zudem ist ihre Angst unbegründet: In den Praxen und Spitälern gelten strenge Hygienemassnahmen und die Mitarbeitenden sind im Umgang mit Schutzmaterial bestens geschult. Diese Informationen trägt eine Kampagne in die Bevölkerung, welche der Kanton Bern und seine Gesundheitsinstitutionen – Spitäler, Arztpraxen, Spitex-Organisationen sowie die Alters- und Pflegeheime – starten. Im Zentrum der Plakat- und der Videoclip-Kampagne auf den sozialen Medien steht der Slogan «Aber sicher». Die wichtigen Informationen zur Situation im Berner Gesundheitswesen sind auf der neuen Website www.be.ch/abersicher zusammengefasst, die Mitte nächster Woche parallel zum Start der Kampagne online geht.

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