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Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für das Jahr 2019 Die hohe Belastung steigt weiter

24. September 2018 – Medienmitteilung

Die mittlere Prämie der obligatorischen Krankenpflegeversicherung wird 2019 im Kanton Bern im Durchschnitt um 1,0 Prozent ansteigen, gegenüber einem Wachstum von 1,2 Prozent im landesweiten Durchschnitt. Die kantonale Spitalpolitik leistet einen nicht unwesentlichen Beitrag an die verhältnismässig tiefe Wachstumsrate in Bern.

Für das Jahr 2019 wird für die Beurteilung der Prämienerhöhung nicht mehr auf die Entwicklung der durchschnittlichen Prämie der ordentlichen Versicherung mit einer Franchise von 300 Franken ohne Modellrabatte und inklusive Unfalldeckung abgestützt, sondern auf die Erhöhung der mittleren Prämie. Sie ist definiert als das von den Versicherern geschätzte durchschnittliche Prämienvolumen pro Versicherten.

Gesamtschweizerisch steigen die mittleren Prämien für Erwachsene um 2,4 Prozent, im Kanton Bern um 2,2 Prozent. Aufgrund von neuen Bestimmungen, welche die Versicherer für die jungen Erwachsenen beim Risikoausgleich entlastet, sinken deren mittleren Prämien im Kanton Bern um durchschnittlich 14,8 Prozent. Die mittleren Prämien für Kinder im Kanton Bern steigen um durchschnittlich 2,7 Prozent. Daraus ergibt sich die oben erwähnte Zunahme um durchschnittlich 1,0 Prozent. Obwohl somit die über 25-jährigen Bernerinnen und Berner eine – verglichen mit der Entwicklung der schweizerischen mittleren Prämie für Erwachsene - unterdurchschnittliche Prämienerhöhung erwartet, bezahlen sie monatlich im Mittel immer noch rund 8 Franken mehr als im schweizerischen Durchschnitt. Im Vergleich mit den Kantonen mit Universitätsspitälern weist Bern eine mittlere durchschnittliche Prämiensteigerung auf und liegt höher als Basel und Zürich und niedriger als Genf und Waadt.

Stärkster Anstieg bei den Kindern

Wie auch im letzten Jahr steigen die Prämien der Kinder am stärksten an. So steigen die mittleren Prämien für Kinder im Jahr 2019 um 2,7 Prozent. Die Prämien der Kinder müssen tiefer sein als die Prämien der jungen Erwachsenen und werden immer noch mit Einnahmen aus den Prämien der Erwachsenen Versicherten quersubventioniert.

Anstieg trotz kostensenkender Massnahmen

Die erneute Prämiensteigerung steht im Widerspruch zur moderaten Kostenprognose und den kostensenkenden Massnahmen des Bundes, wie zum Beispiel die Senkungen von Medikamentenpreisen, die Anpassungen der Tarifstruktur Tarmed. Darüber hinaus werden Kosteneinsparungen aufgrund der ab 1.1.2019 in Kraft tretenden Regelung «ambulant vor stationär», erwartet. Diese legt sechs Eingriffe fest, die, ausser in begründeten Ausnahmen, nur noch ambulant durchgeführt werden dürfen. Zudem ist erstaunlich, dass die im Nachgang zu den im 2017 erfolgten Bundesverwaltungsgerichtsurteilen durch die Kassen eingestellten separaten und zusätzlichen Vergütungen der Kosten für Mittel und Gegenstände in der Pflege keine prämiensenkenden Auswirkungen haben. Weder wurden die im Jahr 2018 zu viel eingenommenen Prämien an die Prämienzahler verteilt, noch wurden die Minderausgaben in sichtbarer Weise prämiensenkend für 2019 einbezogen. 

Berner Spitalpolitik trägt zur Eindämmung der Kosten bei

Der Kanton Bern hat alle ehemals öffentlichen Spitäler verselbständigt und erteilt die Leistungsaufträge, unabhängig von der Trägerschaft, bedarfsgerecht. Überdies verzichtet er auf die exzessive Vergütung von gemeinwirtschaftlichen Leistungen und hält die Spitäler zu effizienter Leistungserbringung an. Der Kanton Bern nimmt seine Verantwortung wahr und setzt sich in seinem Zuständigkeitsbereich dafür ein, die Kostenentwicklung einzudämmen. Dies widerspiegelt sich in der relativ moderaten Kostenentwicklung im stationären Bereich.

Prämiengenehmigung durch das BAG sollte strenger werden

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann die Genehmigung der Prämien verweigern, wenn diese unangemessen hoch über den Kosten liegen oder zu übermässigen Reserven führen. Die Budgetierung durch die Versicherer ist überdies genau zu prüfen. Die GEF erwartet, dass das BAG von dieser Möglichkeit konsequenter Gebrauch macht. Die GEF stellt nämlich fest, dass das Reserven-Niveau der Versicherer über die gesamte Branche betrachtet sehr komfortabel ist. Es kann nicht allein dem Ermessen der Krankenversicherer überlassen werden, zu hohe Prämieneinnahmen an die Versicherten zurückzuerstatten.

Freiwilliger Abbau der Reserven

Die Reserven der Versicherer liegen insgesamt auf einem relativ hohen Niveau. Gemäss Artikel 26 der Krankenversicherungsaufsichtsverordnung (KVAV) können die Versicherer freiwillig ihre Reserven abbauen, wenn diese übermässig zu werden drohen. Das BAG sollte mit Nachdruck den freiwilligen Abbau der Reserven verlangen, insbesondere bei Krankenkassen mit einer Reserve von über 200 Prozent. Die vorliegenden Prämien lassen auf ein realistischeres Budgetieren der Versicherer schliessen, so dass zumindest kein weiterer Reservenaufbau zu Lasten der Prämienzahlenden erfolgt.

Praktische Hinweise

Prämien können variieren: Bei den eingangs erwähnten Zahlen handelt es sich um mittlere Prämien. Die effektive Prämie kann je nach Prämienregion und gewählter Krankenkasse sehr stark variieren – für Erwachsene (Jahresfranchise 300 Franken, inkl. Unfall) von 410 bis 821 Franken. Werden auch besondere Versicherungsformen betrachtet, sind noch grössere Variationen zu beobachten.

Mit einem Kassenwechsel lässt sich unter Umständen viel Geld sparen. Zum Beispiel: Eine vierköpfige Familie mit einem Kind unter und einem Kind ab 19 Jahren in der Prämienregion 2 und ordentlicher Franchise (junge Erwachsene und Erwachsene 300 Franken, Kind 0 Franken) inkl. Unfalldeckung, könnte mit einem Wechsel vom jeweils teuersten zum jeweils günstigsten Krankenversicherer – ohne Berücksichtigung von besonderen Versicherungsformen – rund 9‘835Franken im Jahr sparen.

Die Krankenversicherer werden ihre Versicherten bis Ende Oktober direkt über die Prämien für das nächste Jahr informieren. Die Versicherten ihrerseits haben dann bis Ende November Zeit, allenfalls zu einer anderen Krankenversicherung zu wechseln und/oder eine andere Versicherungsform zu wählen.

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