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Geschichte des Schlosses

Zur Geschichte des Schlosses

Das Schloss Erlach wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts durch den Grafen Burkhard von Fenis, Bischof von Basel, gegründet.

1266 erhielt das Städtchen Erlach von Rudolf II. das Stadtrecht. Im Laufe der Burgunderkriege wurde es 1474 bernisch. Bis zum Untergang der alten Eidgenossenschaft war Schloss Erlach nun Landvogteisitz. Während dieser Zeit amteten 65 bernische Landvögte im Schloss. Der wohl bekannteste ist Niklaus Manuel Deutsch (geb. wahrscheinlich 1484), der bernische Maler, Dichter, Reisläufer, Reformator und Staatsmann. Er war von 1523 bis 1528 Landvogt in Erlach und gilt unter anderem als Förderer des Weinbaus in dieser Gegend.

1831 bis 1874 war das Schloss der Amtssitz des Regierungsstatthalters. 1874 wurde im Städtchen das Amtshaus eingerichtet und im Schloss eine "Rettungsanstalt für Knaben" gegründet. Im Schloss befand sich nun die dritte kantonale Rettungsanstalt (Landorf Köniz 1848, Aarwangen 1867). Der Name wandelte sich im Laufe der Zeit in "Rettungsanstalt für arme Buben", "Bubenanstalt", "Erziehungsanstalt", "Erziehungsheim" bis hin zum heutigen "Schulheim".

1979 bis 1983 fand der letzte grosse Umbau statt. Zu diesem Zeitpunkt wurden zusätzlich die oberen Altstadthäuser als Gruppen- und Personalwohnungen beigezogen. Das Konzept der Personalwohnungen mit der Idee, dass die Gruppenleitungen privat mit ihren Familien in direkter Nähe zu den Wohngruppen wohnen würden, bewährte sich aber nicht und wurde nach kurzer Zeit wieder verworfen. Seit 1988 werden auch Mädchen ins Schulheim aufgenommen.

Heutige Nutzung

Im Schloss befinden sich die Verwaltung mit diversen Sitzungs- und Schulungsräumen. Die Zentralküche liefert die Mahlzeiten, die in den Gruppenhäusern eingenommen werden. Jeweils am Freitagmittag essen alle miteinander im altehrwürdigen Speisesaal und pflegen ein vergnügliches Wochenschlussritual.

Das ehemalige Konvikt beherbergte bis 1983 die Wohnräume der Kinder und Jugendlichen. Heute befinden sich darin die Schulzimmer, die Turnhalle, ein Mehrzweckraum, die Mediathek, das Malatelier sowie die Werkstätten. Die Werkstätten dienen sowohl dem Technischen Dienst für den Unterhalt der verschiedenen Gebäude als auch der Schule für die Fächer technisches/textiles Gestalten und den Wohngruppen für die Freizeitkurse der Kinder.

Im ehemaligen Schulhaus, dem Räbehus, sind heute eine Wohngruppe und die Lingerie untergebracht. In der benachbarten Altstadt befinden sich drei weitere Gruppenhäuser.

Im Schulheim werden normalbegabte, zum Teil lernbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche betreut, welche sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Sie leben in nach Alter und Geschlecht durchmischten sozialpädagogischen Wohngruppen und besuchen die interne heilpädagogische Schule. Im Sinne der Reintegration bietet die Institution Teilinternat, Externat mit

Tagessonderschulplätzen und die Möglichkeit des Regelschulbesuches vor Ort. Der Landwirtschafts- und Gärtnereibetrieb, der Technische Dienst, die Hauswirtschaft, die Verpflegung und

die Verwaltung sind Teil des pädagogischen Konzepts: sie dienen als Lern-, Erlebnis- und Arbeitsfeld. Diese Abteilungen bieten ausserdem Berufsausbildungen an. In der Institution wird nach dem lösungsorientierten Ansatz gearbeitet, der besagt, dass jeder Mensch seinem Leben einen positiven Sinn geben will und dass er die dazu erforderlichen Ressourcen in sich trägt.

Die Kinder und Jugendlichen bleiben in der Regel mindestens zwei Jahre in der Institution. Ziel ist es, die aktuellen Themen zu bearbeiten, die Persönlichkeit des Kindes oder Jugendlichen zu fördern und das engste Umfeld soweit zu stärken, dass nach dem Austritt eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie, in die Regelschule und in die Berufsbildung erfolgreich verlaufen.

In den vier Wohngruppen leben je sieben Kinder oder Jugendliche. Sie werden von drei bis vier Sozialpädagoginnen und -pädagogen und einem Praktikanten oder einer Praktikantin betreut. In dieser kleinen Gruppe gestalten die Kinder und Jugendlichen zusammen mit den Erwachsenen ihren Alltag und ihre Freizeit. Alle haben ein "Ämtli", um im gemeinsamen Haushalt mitzuhelfen. Nach aussen hin hat das Zusammenleben viel Ähnlichkeit mit dem Familienleben. Trotzdem kann und will die Wohngruppe die Familie nicht ersetzen sondern ergänzen.

Die Schule ist in vier Klassen eingeteilt. Unterrichtet wird nach dem kantonalbernischen Lehrplan für die Volksschule. Dank der kleinen Klassengrösse können Unterrichtspensen und Unterrichtsinhalte individuell gestaltet und die Schülerinnen und Schüler ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Zusätzlich besteht ein Angebot an Einzelunterricht, Logopädie-, Psychomotorik-, Musik- und Maltherapie. Die Schule bietet auch Tagessonderschulplätze an und kann von zuhause aus besucht werden. Tagessonderschülerinnen und -schüler werden tagsüber auf einer Externatsgruppe betreut.

Die Eltern erhalten Unterstützung durch Elternseminare, Elternforen und individueller Elternbegleitung. Zur Entlastung von Familiensystemen bietet der interne Sozialdienst bei Bedarf während Urlaubswochenenden, Ferien und in akuten Krisensituationen Plätze bei externen Kontakt- und Pflegefamilien an.

Von besonderer Bedeutung ist das arbeitsagogische Angebot, das sogenannte „Erlebnis- und praxisorientierte Lernen EPL“ und die „Agogik mit dem Kind AmdK“: zum festen Stundenplan im Schulunterricht und in der Freizeit aller Kinder und Jugendlichen gehört das wöchentliche Lernen in den Dienstleistungsbereichen von Landwirtschaft, Gärtnerei, Seemätteli, Hauswirtschaft, Verpflegung, Technischem Dienst und Verwaltung. Hier wird nicht nur die Wahrnehmung der Natur und der Jahreszeiten geschult, sondern auch das Verantwortungsgefühl gegenüber einer erforderlichen Aufgabe und gegenüber Tieren, Pflanzen, Mitmenschen und nicht zuletzt sich selbst gegenüber gestärkt. Durch die agogische Förderung haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, das Leben von einer ganzheitlichen Seite her zu erfahren, zielorientiert zu arbeiten, Erfolge zu erleben und so an Selbstvertrauen zu gewinnen. Dies ist ausserdem eine gute Vorbereitung auf den späteren Eintritt ins Berufsleben und fördert den Berufsreifungsprozess. Intern werden Lehrstellen in der Landwirtschaft, in der Gärtnerei, in der Hauswirtschaft, in der Verpflegung, im technischen Dienst und in der Verwaltung angeboten.

Spenden:
Das Schulheim Schloss Erlach verfügt über einen Freizeitfonds. Die Spenden kommen ausschliesslich den Kindern und Jugendlichen zugute und dienen der Finanzierung von Schul- und Gruppenlagern, von Freizeitaktivitäten in Sport und Künsten, von Geburtstagsgeschenken oder zur Unterstützung bei Anschaffungen für das tägliche Leben.

Adresse:
Berner Kantonalbank AG
3001 Bern
Konto 30-106-9

Zugunsten von:
Freizeitfonds des Schulheimes Schloss Erlach
3235 Erlach
IBAN: CH95 0079 0020 0801 1208 9


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