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Newsletter Kantonsarztamt - COVID-19 01/2021

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen

Wir hoffen, dass Sie schöne und erholsame Momente in den vergangenen Festtagen erlebt haben und das neue Jahr voller Elan und gesund starten können. Für 2021 wünschen wir Ihnen nur das Beste.
Mit dem ersten Newsletter des noch jungen Jahres senden wir Ihnen Informationen betreffend den Anstrengungen zur Eindämmung der neuen SARS-CoV-2 Varianten und bitten Sie einmal mehr um Ihre Mitarbeit.

Neue Varianten von SARS-CoV-2, die ursprünglich in Grossbritannien (VOC-202012/01 (Variant Of Concern) oder Linie B.1.1.7) und Südafrika (Linie 501.V2) identifiziert wurden, sind in der Schweiz sowie in mehreren anderen Ländern nachgewiesen worden. Auch im Kanton Bern sind inzwischen vier Fälle der Variante B1.1.7 aus Grossbritannien nachgewiesen worden, die alle einen gesicherten epidemiologischen Link zu Grossbritannien haben. Bei 9 Verdachtsfällen sind die Sequenzierungsresultate noch ausstehend. Weiter epidemiologische Abklärungen sind im Gang.

Es gibt belastbare Evidenz dafür, dass diese Virenstämme im Vergleich zu anderen Stämmen eine erhöhte Übertragbarkeit aufweisen. Aufgrund der ohnehin anhaltend hohen Übertragung und der Überlastung der Gesundheitsdienste ist es unerlässlich, die Verbreitung dieser neuen Varianten in der Schweiz zu verhindern.

Die jetzt getroffenen Massnahmen können die Übertragungsketten dieser neuen Varianten bei den aus den betroffenen Ländern eingereisten Personen noch unterbrechen und die gesamte Übertragung aller SARS-CoV-2-Stämme eindämmen.

Durch frühzeitiges Erkennen und Isolierung der Fälle, verstärkte Contact Tracing-Massnahmen und Quarantäne der Kontakte kann man Zeit gewinnen, bis die am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen geimpft sind. Durch epidemiologische Untersuchungen lässt sich feststellen, in welchen Kantonen sporadische Fälle aufgetreten sind und in welchen sich die Übertragung etabliert hat und anhält. So können die Massnahmen an die epidemiologische Situation angepasst werden.

Ziele

  • Identifikation möglichst vieler Personen, die mit diesen neuen Varianten infiziert sind
  • Deren Ausbreitung in der Schweiz verlangsamen
  • Ausbrüche frühzeitig erkennen und kontrollieren

Quarantäne für Reisende
Gemäss der COVID-19-Verordnung «Massnahmen im Bereich des internationalen Personenverkehrs» müssen «Personen, die ab dem 14. Dezember 2020 aus dem Vereinigten Königreich oder aus Südafrika in die Schweiz eingereist sind, sich spätestens ab dem 22. Dezember 2020 um 00.00 Uhr in Quarantäne begeben haben». Da der Bundesrat ein generelles Einreiseverbot für alle aus Grossbritannien oder Südafrika einreisenden Ausländerinnen und Ausländer erlassen hat, betrifft dies vor allem Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die sich derzeit in einem dieser beiden Länder aufhalten und seit dem 24. Dezember 2020 wieder nach Hause zurückkehren dürfen. Diese Personen müssen sich über das Webformular auf der Webseite des Kantons anmelden.

Teststrategie: Früherkennung von Fällen mit Virusvarianten
Jede dem Kanton bekannte Person, die aus Großbritannien oder Südafrika zurückkehrt, wird kontaktiert und zum Test eingeladen.
Neu müssen alle Personen (symptomatisch oder nicht), die sich testen lassen wollen, nach ihrer Reise- und Kontaktgeschichte in den letzten 14 Tagen befragt werden. Dies betrifft alle Test-Orte (Testzentren, Mobile Teams, Arztpraxen, Apotheken, u.a.).:

  1. Rückkehr aus Grossbritannien oder Südafrika
  2. (≥24h) durch Großbritannien oder Südafrika
  3. Kontakt mit Personen, die in Großbritannien oder Südafrika gereist sind oder dort auf der Durchreise (≥ 24 Stunden) waren. 

Wenn eines der oben vorgenannten drei Kriterien erfüllt ist, sollte diese Information auf dem Laborauftrag eingetragen werden, damit das Labor diese Proben priorisieren und sie im Falle eines positiven Ergebnisses umgehend zur Sequenzierung einsenden kann.

Es sollte bei diesen Personen ein PCR-Test durchgeführt werden (nicht ein Antigenschnelltest), da diese Technik eine bessere Sensitivität bietet und die Probe bei einem positiven Testresultat zur Sequenzierung verwendet werden kann. 

Wenn ein Antigen-Schnelltest durchgeführt wurde und positiv ist, muss sofort ein PCR-Test zur Bestätigung und Sequenzierung durchgeführt werden.

Contact Tracing und Ausbruchsmanagement des Kantons
Bei positiv auf eine Virusvariante getesteten Personen wird ein ausgedehntes Contact Tracing mit intensiver Kontaktsuche durchgeführt. Die engen Kontaktpersonen müssen in Quarantäne gestellt werden, und ebenfalls nach ihren engen Kontaktpersonen (Kontakte von Kontakten) gefragt werden. Letztere müssen über ein mögliches Infektionsrisiko informiert werden.

Ausserdem müssen bei den Indexpersonen Nachforschungen betreffend möglichem Ansteckungsort gemacht werden.

Kontaktpersonen wie auch Kontakte von Kontaktpersonen sollen ab Tag 5 nach dem (ersten) Kontakt mit dem/der Indexperson mittels PCR getestet werden. Dabei muss das Labor per Laborauftrag informiert werden, dass die Probe von einer Kontaktperson eines Falls/Verdachtsfalls einer neuen Variante stammt und dass im Falle eines positiven Ergebnisses eine Sequenzierung durchgeführt werden sollte.

Wir danken Ihnen herzlich für die Unterstützung.

Das Team des Kantonsarztamtes

Linda Nartey, Kantonsärztin

04. Januar 2021 / KAZA

 

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