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Newsletter Kantonsarztamt - Informationen COVID-19-Impfung

Information des Sonderstabs der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern

Impfen in Arztpraxen

Wie Sie aus den Medien bereits erfahren haben, ist die Impfstoffverfügbarkeit auch im Februar sehr eng bemessen. Es ist aber anzunehmen, dass ab März zunehmend mehr Dosen zur Verfügung stehen werden. Somit ist gemäss der Ihnen Anfangs Jahr im KAZA-Newsletter umrissenen Strategie des Kantons Bern der Zeitpunkt gekommen, gemeinsam mit Ihnen die Impfungen im ambulanten Rahmen zu organisieren.

Alle Arztpraxen, welche Impfungen für Ihre Patientinnen und Patienten durchführen wollen, sind an folgende Grundvoraussetzungen gebunden:

  • Anmeldung der Praxis und Dokumentation der Impfungen auf der kantonalen Webapplikation «VacMe»
  • Qualifizierter Arzneimittelkühlschrank

Erstellen eines Impfortes in VacMe

Damit Sie als Praxis die Durchführung von COVID-19-Impfungen dokumentieren können, müssen Sie auf der digitalen Plattform VacMe (https://be.vacme.ch) als Impfort erfasst sein. Dazu ist ein vollständig ausgefülltes und unterzeichnetes Formular "Erstellung Impfort (PDF, 51 KB, 2 Seiten)" per E-Mail mit Betreff «Erstellung Impfort» an folgende Stelle der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern zu schicken: registration.vac@be.ch.

In der Webapplikation VacMe sind zwei Benutzerrollen vorgesehen. Zwingend nötig ist eine medizinische Fachperson mit aktiver Berufsausübungsbewilligung (=fachverantwortende Person). Optional kann eine administrative Fachperson (=Administrative / Logistik verantwortende Person) benannt werden, welche über die gleichen Rechte in der Applikation verfügt, wie die fachverantwortende Person. Deshalb ist die Unterschrift beider Personen sowie das Lesen und Beachten der allgemeinen Nutzungsbedingungen von VacMe von beiden Personen zwingend, wenn die Option einer administrativen Fachperson gewählt wird.

Die Betreiber der Applikation VacMe werden den im Formular genannten Personen einen passwortgeschützten Zugang zur Plattform geben. Mit diesem Zugang werden Sie dann direkt weitere Personen für die Dokumentation der Impfungen berechtigen können. Für die Einhaltung der allgemeinen Nutzungsbedingungen und des Datenschutzes sind Sie als fachverantwortende Person verantwortlich.

Damit Sie sich mit VacMe vertraut machen können, stehen Ihnen in VacMe Schulungsunterlagen und -videos zum Selbststudium zur Verfügung. Bitte sorgen Sie dafür, dass Sie die Struktur und Funktionen der Applikation vor dem Beginn der Impfungen kennen und bedienen können. Für technische Fragen zu VacMe bitten wir Sie, sich schriftlich an info.vac@be.ch zu wenden.

Registrierung in VacMe 

Unabhängig davon, ob eine Person die Impfung in einem Impfzentrum oder bei Ihnen in der Praxis erhalten möchte, ist für die impfwillige Person eine vorgängige Registrierung auf VacMe nötig. Es ist Ihnen mit dem Fachanwendungszugang möglich, Ihre Patientinnen und Patienten mit dem sechsstelligen Registrierungscode im System zu suchen und die Impfung in VacMe zu dokumentieren.

Personen, die sich bis zur Wahrnehmung des Impftermins noch nicht registriert haben, können sich jederzeit und auch noch vor Ort in der Praxis über ein Smartphone registrieren. Durch die Registrierung wird der Informed Consent der Person ein erstes Mal dokumentiert.

Es ist Ihnen auch möglich, Ihre Patientinnen und Patienten selber zu registrieren. In einem solchen Fall müssen Sie jedoch vorgängig die Patientinnen und Patienten über die Impfung und Nutzung der Applikation VacMe informieren und dies in Ihren Praxisunterlagen (Informed Consent) vermerken.

Terminvergabe

Die Freischaltung von Impfterminen auf VacMe ist auch für Sie möglich, bewirkt jedoch eine öffentlich zugängliche Terminbuchung. Um dies zu vermeiden, können Sie die Termine gemäss Ihrer gängigen Praxis (telefonisch, Onlineformular, etc.) vereinbaren. Die Terminvereinbarungen müssen nicht auf VacMe eingetragen werden. Wenn Sie es nicht explizit wünschen, werden wir somit keine öffentliche Terminvereinbarung freischalten. Sollten Sie eine öffentlich zugängliche Terminbuchung via VacMe bevorzugen, dann können Sie sich schriftlich an registration.vac@be.ch wenden.

Organisation und Logistik

Die organisatorische und logistische Durchführung der Impfungen sowie die Bewirtschaftung der Impfstoffe obliegt der Verantwortung der fachverantwortlichen Person. Die Verwendung desselben Impfstoffs bei der Zweitimpfung analog der Erstimpfung ist ebenfalls zwingend durch Sie zu gewährleisten.

Der Kanton geht davon aus, dass die Termine gemäss der Impfempfehlung des BAG und der EKIF vergeben werden. Die kantonale Impfgruppenzuteilung nach abgeschlossener Registrierung auf VacMe erfolgt ebenfalls gemäss diesen Bundesempfehlungen. Sie können sich somit anhand dieser Priorisierung (PDF, 24 KB, 1 Seite) orientieren. Ebenfalls gilt es festzuhalten, dass die Impfung primär am Wohnort der impfwilligen Person erfolgen soll. In diesem Zusammenhang gilt es jedoch zu erwähnen, dass Ihr Praxispersonal unabhängig von deren Wohnort bei Ihnen in der Praxis geimpft werden kann.

Mit der Anmeldung Ihrer Praxis als Ort der Impfung steht es Ihnen ausserdem frei, sich für die Monate im Frühsommer, in welchen mit grossen Impfstofflieferung zu rechnen ist, mit anderen Praxen zusammenzuschliessen. Bis dahin werden noch etliche organisatorische Fragen in diesem Zusammenhang zu klären sein und wir werden Sie dazu laufend informieren.

Bestellung und Lieferung des Impfstoffs

Die Bestellung erfolgt über einen Webshop des Kantons und die Lieferung des Impfstoffs wird direkt durch einen Grossisten bewerkstelligt. Bei der Bestellung ist es von zentraler Bedeutung, dass Sie den Lieferort überprüfen und die Bestellung zeitlich so wählen, dass eine direkte Übergabe des Impfstoffs möglich ist. Dieselbe Anzahl der zur Erstimpfung gelieferten Dosen werden vom Kanton, zwecks Zweitimpfung vier Wochen später, für Sie reserviert. Diese müssen aber aktiv von Ihnen bestellt werden, damit Sie den Lieferort kontrollieren und den Zeitpunkt erneut festlegen können.

Aktuell ist davon auszugehen, dass der Impfstoff Moderna geliefert wird. Weitergehende Angaben zum Impfstoff finden Sie im Steckbrief zu den COVID-19-Impfstoffen des BAG (PDF, 329 KB, 5 Seiten). Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Handhabung Pfizer/BioNTech vorrangig in den Impfzentren eingesetzt wird.

Es ist dem Kanton nicht möglich zu prognostizieren, wann mit mehr Impfdosen gerechnet werden kann. Auf Änderungen der Lieferbarkeit und Neuzulassungen von Impfstoffen hat der Kanton keinen Einfluss. Sobald Ihre Praxis als Impfort registriert ist und Sie bereit sind, werden Sie sich deshalb noch ein wenig gedulden müssen, bevor Sie grössere Bestellungen tätigen können. Es ist jedoch die klare Absicht, dass Kleinstlieferungen möglichst bald erfolgen können und der Kanton ist sehr bestrebt, Ihrem Mengenbedarf dann so rasch wie möglich entgegenzukommen.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, Ihre Praxis bereits jetzt zu registrieren. Es steht Ihnen jedoch frei, damit auch noch einige Wochen zuzuwarten. Bitte rechnen Sie mit circa einer Woche zwischen Einreichung des Dokuments und der Erstellung des Impfortes sowie circa einer Woche zwischen Erstellung des Impfortes und Bestellung der Impfdosen.

Sollten sich äusserst viele Ärztinnen und Ärzte als Impfort registrieren, behält es sich der Kanton vor, aus logistischen Gründen vor allem die grundversorgenden Praxen primär zu berücksichtigen.

Ärztliche Supervision der Impfung

Das BAG hat festgelegt, dass die COVID-19-Impfungen unter ärztlicher Supervision erfolgen müssen. Für jeden Ort der Impfung muss daher eine Ärztin oder ein Arzt mit Berufsausübungsbewilligung und entsprechender fachlicher Eignung verantwortlich sein. Diese wird durch Selbstdeklaration mit Unterschrift auf dem Formular «Erstellung Impfort» bestätigt. Die Ärztin oder der Arzt kann die Impfung an medizinisches Fachpersonal delegieren. Die BAB-tragende Person übernimmt die Verantwortung über die Impfaktion und stellt sicher, dass:

  • die zu impfenden Personen impffähig sind (Abklärung von Kontraindikationen),
  • die Impfung ausschliesslich durch entsprechend geschultes und befähigtes medizinisches Fachpersonal durchgeführt wird,
  • die verabreichenden Fachpersonen über die korrekte Aufbewahrung, Zubereitung und Verabreichung des Impfstoffes sowie die erforderliche Nachsorge (Überwachung und Beobachtung der geimpften Person) instruiert sind,
  • die Impfungen gemäss den behördlichen Vorgaben dokumentiert werden.

Die Supervision muss durch eine Ärztin oder einen Arzt vor Ort geschehen, wobei mehrere medizinische Fachpersonen gleichzeitig supervisiert werden können. Es liegt im Ermessen der Ärztin oder des Arztes, ob eine telefonische Erreichbarkeit bei entsprechend geschulten Medizinstudierenden ab dem 5. Studienjahr sowie Apothekerinnen und Apotheker für die Supervision verantwortet werden kann. Auch hier liegt die Verantwortung für die Impfaktion bei der BAB-tragenden Person.

Nebenwirkungen

Wie Ihnen via KAZA Newsletter bereits mitgeteilt wurde, ist für die Kontrolle allfälliger unerwünschter Impferscheinungen (UIE) ein mindestens 15-minütiger Verbleib am Ort der Impfung bei der ersten Impfung sicherzustellen, bei der zweiten Impfung sind es nur noch fünf Minuten. Beim Eintritt von UIE, sei dies noch vor Ort oder zu einem späteren Zeitpunkt, soll dies von Ihrer Praxis über das digitale Portal von Swissmedic (ElViS) gemeldet werden. Die Anleitung zu ElViS finden Sie hier (PDF, 717 KB, 5 Seiten).

Haftung bei Impfschäden

Bei COVID-19-Impfstoffen kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung: Bei Impfschäden kommt eine Haftung der Impfstoffhersteller, der impfenden Person oder der Praxis in Frage. Es gibt zudem eine subsidiäre Entschädigungsmöglichkeit durch den Bund, wenn es bei empfohlenen Impfungen zu Schäden kommen sollte und Dritte keine oder ungenügende Leistungen erbringen.

Die Haftung des Arztes beurteilt sich nach dem Obligationenrecht, insbesondere nach den Regelungen des Auftragsrechts. Die Sorgfaltspflicht gebietet es, alle zugänglichen Informationen zu berücksichtigen, namentlich die Informationen des Herstellers, allfällige Empfehlungen von Behörden und Fachgesellschaften sowie Resultate aus Wissenschaft und Technik. Zudem muss die impfende Person den Patientinnen und Patienten die Fachinformation vermitteln und über mögliche Risiken der Impfung aufklären. Die korrekte Verabreichung der Impfung (Desinfektion, Dosierung und Umgang mit dem Impfstoff) unterliegt ebenfalls der Sorgfaltspflicht. Nur wenn die Sorgfaltspflicht nicht eingehalten wurde und die übrigen Haftungsvoraussetzungen erfüllt sind (namentlich Vertragsverletzung, adäquater Kausalzusammenhang, Verschulden), kann die impfende Person haftbar gemacht werden.

Reporting und Abrechnung in VacMe

VacMe wird es Ihnen nicht nur ermöglichen, die Impfdokumentationen auszudrucken und das obligatorische Reporting jeder durchgeführten Impfung gegenüber dem BAG automatisiert zu melden, sondern in naher Zukunft auch die Verrechnungen pro Impfung abzuwickeln. Deshalb ist es beim Ausfüllen des Formulars «Erstellung Impfort (PDF, 51 KB, 2 Seiten)» zentral, dass die angegebenen Informationen, insbesondere die GLN sowie die ZSR-Nr., denjenigen Angaben entspricht, unter welchen die Rückerstattungen erfolgen sollen.

Der aktuell garantierte Tarif pro Impfung beläuft sich auf CHF 14.50.- Auf Bundesebene sind die Abklärungen noch nicht vollständig abgeschlossen, weswegen ein höherer Tarif nicht auszuschliessen ist. Sollte der Bund nachträglich einen höheren Tarif beschliessen, wird dies im Kanton Bern selbstverständlich rückwirkend in Kraft treten und dementsprechend die Vergütung erfolgen.

Die Vereinbarungen zwischen den Alters- und Pflegeheimen und dem Kanton sind aufgrund der in den Heimen spezifischen Rahmenbedingungen beschlossen worden und finden somit keine Anwendung auf Arztpraxen.

Bei einem Zusammenschluss mehrerer Praxen erfolgt die Verrechnung über den jeweils bei der Impfdokumentation gewählten Impfort. Dies ermöglicht Ihnen das Modell der Zusammenarbeit zu wählen, welches für Sie am besten ist. Bitte sprechen Sie sich somit mit den anderen Praxen vorgängig ab, über welche/n Impfort/e ein Zusammenschluss formell abgewickelt werden soll und wie Sie die Rückvergütungen untereinander organisieren.

Weitere Informationen

Neben der Webseite des BAG ist ebenfalls die Webseite des Kantons Bern zu empfehlen, auf welcher laufend über den aktuellen Stand der Impfkampagne im Kanton informiert wird.

Auf der kantonalen Webseite für Fachpersonen finden Sie einen Überblick der wichtigsten Fachinformationen.

Fachpersonen können sich bei Fragen zur COVID-19-Impfung an die etablierte BAG-Infoline Coronavirus für Gesundheitsfachpersonen unter der Telefonnummer 058 462 21 00 (täglich 07:00 – 20:00 Uhr) melden.

Für allgemeine Impffragen aus der Bevölkerung wurde vom BAG die Infoline COVID-19-Impfung, erreichbar unter der Telefonnummer 058 377 88 92 (täglich 06:00 – 23:00 Uhr), eingerichtet.

Die Registrierung zur Impfung ist telefonisch unter der Nummer 031 636 88 00 sowie online unter https://be.vacme.ch/ möglich.

Für Fragen zum kantonalen Impfprozess steht die Hotline unter der Telefonnummer 031 636 87 87 (täglich 07:30 – 18:00 Uhr) zur Verfügung. Eine Registrierung auf VacMe ist unter dieser Telefonnummer nicht möglich.

Medizinische Fragen von Ärztinnen und Ärzten zum Impfstoff oder der Impfung wird von einem Facharzt unter folgender Mailadresse beantwortet: med.vac@be.ch.

Fragen allgemeiner Art werden von der Gesundheitsdirektion unter folgender E-Mail-Adresse beantwortet: info.vac@be.ch.

Der Kanton dankt Ihnen herzlich für Ihre bisherige Geduld, Ihr grosses Engagement und Ihre aktive Rolle bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie.

12.02.2021/kaza 


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