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Newsletter Kantonsarztamt COVID-19 11/2020

Lockerung der Covid-Massnahmen im Bereich der Gesundheitsversorgung

Der Bundesrat stuft die Situation in der Schweiz noch immer als ausserordentliche Lage gemäss Epidemiengesetz ein. Er hat gegenüber Bevölkerung, Organisationen und Institutionen sowie den Kantonen Massnahmen erlassen. Nun lockert er sie etappenweise, unter gewissen Bedingungen wie Einhalten von Schutzmassnahmen. Ab 27. April 2020 können Spitäler wieder alle Eingriffe vornehmen und gewisse Branchen ihren Betrieb wiederaufnehmen, sofern die Schutzmassnahmen streng eingehalten werden. Denn das neue Coronavirus soll sich nicht wieder stärker verbreiten.

Die Kantone sind weiterhin verpflichtet, ausreichende stationäre Kapazitäten zur Behandlung namentlich von an COVID-19 erkrankten Personensicherzustellen. Mit diesen Lockerungsschritten verfolgt der Bundesrat zwei Ziele: Er will die Gesundheit der Bevölkerung weiterhin schützen, speziell auch die Gesundheit besonders gefährdeter Personen. Gleichzeitig will er die wirtschaftlichen Schäden möglichst geringhalten.

Die kantonalen Weisungen betreffend Einschränkung der Dienstleistungen von Gesundheits- und Medizinalfachpersonen sind damit aufgehoben.

Grundlagen für das Gesundheitswesen finden Sie weiterhin auf den bestens bekannten Webseiten des Bundes bzw. des BAG. Beispiele


Was ist zu beachten:

Alle Gesundheitsfachpersonen und Institutionen
Grundregeln, die mit den Schutzkonzepten umzusetzen sind

  • Distanz
  1. zeitliches und/oder örtliches Trennen von Patienten mit bzw. ohne Covid kompatible Symptomen, siehe BAG Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien
  2. Einsatz Schutzmaterial, wo 2m Distanz nicht eingehalten werden können, siehe BAG Webseite unter Schutzmassnahmen
  • Hygiene
  1. strikte allgemeine Hygiene
  2. besondere Sorgfalt bei Handhygiene
  3. korrekte respiratorischer Hygiene (Husten und Niesen in Papiertaschentuch oder Armbeuge)
  4. Masken nur gemäss Empfehlungen BAG
  5. BAG Kampagne «So schützen wir uns»
  • Schutz von Personen (inkl. Mitarbeitenden) mit einer besonderen Gefährdung
  1. Besuchsregeln in Spitälern, Pflegeheimen und anderen sozialmedizinischen Institutionen
  2. Zeitlich und/oder örtliche getrennte Patientenpfade für Patienten mit bzw. ohne Covid kompatible Symptome, für Arztpraxen siehe COVID-19: Schutzkonzept der FMH zum Betrieb von Arztpraxen. Stand: 22.04.2020
  3. Aufteilung Personal für Covid- bzw. non-Covid Patienten wo umsetzbar
  4. Kohortierung von Covid-Patienten in Isolation
  5. Arbeitnehmerschutz gemäss personalrechtlichen Vorgaben

Schutzkonzepte
Wie in anderen Branchen sind die Verbände der Gesundheitsinstitutionen und der Gesundheitsfachberufe aufgerufen, die für diese Pandemie spezifischen Grobkonzepte basierend auf den von BAG und SECO gemeinsam erarbeiteten gesundheits- und arbeitsrechtlichen Vorgaben zu erarbeiten. Diese dienen wiederum den Betrieben für die Erarbeitung und Umsetzung von Detailkonzepten.
Merkblätter und Vorlagen siehe unter SECO - Staatssekretariat für Wirtschaft- Arbeit - Neues Coronavirus. Z.B.

Es gibt keine Kontrolle oder Freigabe von Schutzkonzepten durch die kantonalen Gesundheitsbehörden. Letztere können jedoch einzelne Einrichtungen schliessen oder Aktivitäten oder Leistungen verbieten, falls keine ausreichenden Schutzkonzepte vorliegen oder diese nicht eingehalten werden.

Schutzmaterial (Prioritäten, Preislisten, etc.)
Um die Schutzkonzepte umsetzen zu können, braucht es neben organisatorischen Anpassungen auch Schutzmaterial. In den meisten Fällen vor allem Hygienemasken und Desinfektionsmittel. Je nach Tätigkeiten aber auch Schutzbrillen, Schutzmäntel, Handschuhe; bei aerosolbildenden Tätigkeiten ausserdem FFP2/3 Masken. Bund und Kantone haben in den letzten Wochen grosse Anstrengungen gemacht, um Schutzmaterial zu beschaffen. Dieses trifft allmählich in den entsprechenden Materiallagern ein. Da der Schutzmaterialverbrauch im Gesundheitswesen sehr hoch und die Verfügbarkeit auf dem Markt beschränkt ist, muss weiterhin sparsam mit dem Material umgegangen werden und die Zuteilung/Lieferung nach Priorisierung erfolgen.

  • Spitäler, Rettungsdienst, Pflegeheime und Spitex Organisationen können weiterhin über den ihnen bereits bekannten Webshop bestellen.
  • ambulante Betriebe (z.B. Arzt- und Zahnpraxen, Physio- und Ergotherapie, etc.) können neu über ein Online Bestellformular ihre Bestellungen einreichen.
    Das Online Bestellformular ist auf der Homepage www.be.ch/material und über den Benutzernamen: besteller und Passwort: BE2020go! zugänglich.
  • Bestellungen von Gesundheitsfach- und Medizinalpersonen und -institutionen können über das online Formular jeweils am Montag zwischen 07:00-13:00 Uhr eingegeben werden. Dienstags werden diese von den zuständigen Ämtern der GSI kontrolliert, je nach Lagerbestand angepasst und dann freigegeben werden. Auslieferung ist in der Regel zwischen Mittwoch und Freitag.

Massnahmen zur Überwachung und Eindämmen der Pandemie

  • Labordiagnostik durch SARS-CoV-2 PCR Test
    o Teststrategie und Kriterien des BAG: Die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien werden laufend an die epidemische Entwicklung angepasst. Konsultieren Sie diese laufend auf der BAG Webseite: Bei der Wiederaufnahme der Containment Phase werden alle Personen mit Covid kompatiblen Symptomen getestet (PCR).
  • Serologische Tests und Schnelltests werden vom BAG nicht für die breite Anwendung empfohlen. Sie sollen vorerst nur in kontrollierten Studien angewendet werden. Die Studien sollen die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen schaffen, damit die Tests möglichst bald gezielt und mit der entsprechenden Aussagekraft zur breiten Anwendung kommen können. Wer ausserhalb von kontrollierten Studien serologische Tests und Schnelltests anordnet und durchführt, hat im Rahmen seiner Berufspflicht die getesteten Personen über die eingeschränkte Aussagekraft zu informieren, darüber, dass die Tests nicht empfohlen sind, und dass die Kosten selbst zu tragen sind.
  • Wo testen?
    o Spitäler
    o Arztpraxen
    o Testzentrum BEA Areal
  • Meldepflicht SARS-CoV-2 bzw. Covid-19 aktuelle Version siehe immer BAG
    o Laborresultate innert 24 Stunden an Auftraggeber, BAG, KAZA
    o Ärztinnen und Ärzte melden innert 24 Stunden an KAZA und BAG
     klinische Befunde von hospitalisierten Personen mit:
    • laborbestätigter COVID-19 Diagnose mittels PCR oder
    • klinischen Kriterien und CT-Scan vereinbar mit COVID-19 und negativer PCR ohne andere Ätiologie oder
    • klinischen und epidemiologischen Kriterien und negativer PCR ohne andere Ätiologie
     Klinische Befunde von Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen sowie anderen sozialmedizinischen Institutionen (z.B. Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigungen) mit:
    • laborbestätigter COVID-19 Diagnose mittels PCR
     Freiwillige ärztliche Meldung zum klinischen Befund bei allen anderen positiven Befunden von ambulant betreuten COVID-19 Patientinnen und Patienten (wichtige Information für das Contact Tracing!)
    o Todesfälle (ärztliche Todesfallmeldungen mit Angabe des Ortes: Spital, Pflegeheim, Spitex, Zuhause oder andere) bei Personen mit:
     laborbestätigter COVID-19 Diagnose mittels PCR oder
     klinische Kriterien und CT-Scan vereinbar mit COVID-19 oder
     klinische und epidemiologische Kriterien

Contact Tracing und Management
o Contact Tracing: alle diagnostizierende Ärztinnen und Ärzte

  • instruieren positiv getestete Covid-Patienten (Index) betreffend Isolation, siehe Merkblatt Selbst-Isolation BAG , melden Indexpatienten (mit Telefonnummer) parallel dem KAZA und dem BAG in der vorgeschriebenen Frist siehe oben
  • KAZA bzw. Contact Tracer kontaktiert Covid-Patienten, um Kontaktliste zu erstellen, instruiert Kontaktpersonen zu Quarantänemassnahmen und überwacht Einhaltung der Isolation / Quarantäne.

Medikamentöse Behandlung: Hydroxichloroquine und andere nur nach Empfehlung der Fachgesellschaften bzw. in bewilligten Studien in Spitälern 

Die Informationen des Spitalamtes (SPA) an die Spitäler und des Alters- und Behindertenamtes (ALBA) an die Pflegeheime, Spitex Organisationen und andere soziomedizinische Institutionen finden Sie auf der Coronavirus Webseite des Kantons unter der Rubrik Gesundheitsfachpersonen.

Im Übrigen verweisen wir auf die sehr umfangreichen Informationen des BAG auf die sich auch der Kanton Bern bezieht.

24.04.2020 / kaza 

 

 

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