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Newsletter Kantonsarztamt 03/2017

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen

Zum Jahresende möchten wir Sie hiermit noch über folgende aktuellen Themen informieren:

  • Revision des Medizinalberufegesetzes (MedBG) vom 20. März 2015
  • Neue Weisung zum Straflosen Schwangerschaftsabbruch
  • Leitfaden zur Qualitätssicherung in der Transfusionspraxis
  • Zahnarztpraxen – Selbstdeklaration der Aufbereitung von Medizinprodukten: Pilot 2018

Nicht zuletzt möchten wir die Gelegenheit nutzen und Ihnen für den regen Austausch in Form von  Kontaktnahmen, Anfragen und Rückmeldungen sowie für Ihren täglichen Einsatz für die medizinische Versorgung der Bevölkerung herzlich danken.

Ihnen und Ihren Lieben wünschen wir frohe Festtage und alles Gute im Neuen Jahr.

Jan von Overbeck, Kantonsarzt

Linda Nartey, Stv. Kantonsärztin

Revision des Medizinalberufegesetzes (MedBG) vom 20. März 2015

Am 1. Januar 2018 treten der letzte Teil des revidierten Gesetzes sowie die Anpassungen der entsprechenden Verordnungen in Kraft. Gerne informieren wir Sie nachfolgend über die wichtigsten Änderungen, die diese Revision aus Sicht der Ärzteschaft mit sich bringt

Registrierungspflicht

Ab dem 1. Januar 2018 müssen alle in der Schweiz arbeitenden Medizinalpersonen (Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Chiropraktorinnen und Chiropraktoren, Apotherkerinnen und Apotheker) im Medizinalberuferegister (MedReg) eingetragen sein. Für Personen, die bereits vor dem 1. Januar 2018 arbeiteten, sehen die Übergangsbestimmungen eine Frist von zwei Jahren für die Eintragung ins Register vor. Als Medizinalpersonen mit einer Berufsausübungsbewilligung im Kanton haben Sie keine Vorkehrungen zu treffen. Sie sind bereits heute im Register registriert.

Die Diplome und Sprachkenntnisse von Medizinalpersonen mit einem eidgenössischen oder von der Medizinalberufekommission (MEBEKO) anerkannten Diplom werden zukünftig automatisch eingetragen. Wenn Sie vor dem 1. Januar 2018 schon registriert waren, werden Ihre Sprachkenntnisse automatisch und kostenlos registriert. Für Inhaberinnen und Inhaber eidgenössischer Diplome und Weiterbildungstitel werden jene Sprachen registriert, in denen Sie die Aus- oder die Weiterbildung abgeschlossen haben. Bei Inhaberinnen und Inhaber anerkannter ausländischer Diplome und Weiterbildungstitel wird jene Landessprache eingetragen, die im Rahmen des Anerkennungsverfahrens gegenüber der MEBEKO nachgewiesen wurde.

Sie werden die Möglichkeit haben weitere Sprachen über ein Onlinetool bei der MEBEKO eintragen zu lassen, sobald Sie mindestens das Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) erreicht haben.

Hinweis: Aus technischen Gründen werden die Sprachekenntnisse im Register erst ab Herbst 2018 ersichtlich sein.

Überprüfung des Registereintrags und der Sprachkenntnisse durch den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber von universitären Medizinalpersonen, die den Medizinalberuf im öffentlichen Dienst oder privatwirtschaftlich unter fachlicher Aufsicht (z.B. in einer Arztpraxis) ausüben, muss neben den üblichen Überprüfungen bei der Anstellung sicherstellen, dass die Medizinalperson im MedReg eingetragen ist. Die Unterlassung wird mit einer Busse bestraft.

Der Arbeitgeber von universitären Medizinalpersonen muss ausserdem beurteilen, welche Sprache oder Sprachen für die jeweilige Stelle notwendig sind und welches Niveau diese Sprachkenntnisse aufweisen müssen. Das geforderte Niveau muss mindestens einem Niveau B2 des GER entsprechen, kann aber auch höher sein. Im zweiten Schritt muss der Arbeitgeber kontrollieren, ob die Person, die er anstellen will, über die entsprechenden Sprachkenntnisse verfügt. Das Register kann dazu erste Informationen liefern, die fallweise ergänzt werden müssen (Gespräch, Sprachzertifikat usw.).

Detaillierte Informationen zur Revision des Medizinalberufegesetzes und den daraus folgenden Pflichten stehen Ihnen auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Verfügung. Für Fragen zur Registrierung von Diplomen und Sprachkenntnissen wenden Sie sich bitte an die Medizinalberufe Kommission MEBEKO.

Revision des Medizinalberufegesetzes (MedBG)

Weisung Strafloser Schwangerschaftsabbruch

Das Kantonsarztamt hat die Weisung (PDF, 125 KB, 2 Seiten) zum Straflosen Schwangerschaftsabbruch, der in den Artikeln 119 f. des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) geregelt ist, überarbeitet.

Die Weisung ersetzt die zwei bisherigen Dokumente «Rundschreiben und die Weisung an die Ärzteschaft: strafloser Schwangerschaftsabbruch nach Art. 119 f. des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937».

Leitfaden zur Qualitätssicherung in der Transfusionspraxis

Zur Verbesserung der Transfusionssicherheit wurde gemeinsam mit Fachpersonen der Kantone (Kantonsärztinnen und -ärzte und Kantonsapothekerinnen und -apotheker), Spitälern und der Swissmedic ein Leitfaden zur Qualitätssicherung (QS) in der Transfusionskette verfasst, der im Juni 2017 publiziert wurde. Bisher fehlte ein Übersichtsdokument für die Qualitätssicherung in der Transfusionspraxis, welches nach Arzneimittelverordnung gefordert wird. Dieser Leitfaden soll den Betrieben (z. B. Arztpraxen, Spitälern), welche labile Blutprodukte anwenden, Hilfestellung bieten, um ein QS-System einfacher zu erarbeiten. Der Leitfaden ist ein Kriterienkatalog mit Minimalanforderungen für die Qualitätssicherung in der Transfusionspraxis.

Der Leitfaden ist auf der Homepage von Swissmedic aufgeschaltet. 

Ein Übersichtsartikel zu diesem Thema ist im Journal Pipette der Schweizerischen Union für Labormedizin (SULM) zu finden: Leitfaden für die Qualitätssicherung in der Transfusionspraxis. Eine Übersicht. Jutzi M, Escher R, Pipette 04-2017.

Zahnarztpraxen – Selbstdeklaration der Aufbereitung von Medizinprodukten: Pilot 2018

Die Kantone sind zuständig für die Kontrolle der Instandhaltung und Wiederaufbereitung von Medizinprodukten bei anwendenden Fachpersonen. Das Kantonsapothekeramt (KAPA) und das Kantonsarztamt (KAZA) haben in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Zahnärztegesellschaft entschieden, die Aufbereitung von Medizinprodukten in Zahnarztpraxen vorerst aufgrund einer Selbstdeklarations-Checkliste der betroffenen Betriebe zu kontrollieren. Ab 2018 erfolgen erste Versuche mit ungefähr 20 Zahnarztpraxen, die zwecks Selbstdeklaration eine Checkliste (PDF, 119 KB, 8 Seiten) ausfüllen müssen. Nach Auswertung der Checklisten durch Expertinnen und Experten wird die Versuchsphase ausgewertet und das geplante Vorgehen gegebenenfalls noch angepasst.

Unabhängig von diesem Pilotversuch können in Einzelfällen auch Inspektionen vor Ort durchgeführt werden.

Für Fragen können Sie sich bei Samuel Steiner, Kantonsapotheker (E-Mail: samuel.steiner@gef.be.ch) melden.


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