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Newsletter Kantonsarztamt - Start der Impfung im Kanton Bern

Information des Sonderstabs der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern

Wie in den Medien breit informiert wurde, ist der Impfstoff vorhanden, aber im Verhältnis zum Bedarf momentan ausschliesslich in kleinen Mengen. Deshalb wird das Impfkonzept des Kantons Bern so umgesetzt, dass die BAG-Vorgaben über die Priorisierung eingehalten werden können. Die Priorisierungsgruppen des BAGs sind:

  • P1: Menschen über 65 Jahre und Menschen jeder Alterskategorie mit chronischen Krankheiten sowie das Pflege-/Betreuungspersonal in Alters- und Pflegeheimen.
  • P2: Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt oder Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen 
  • P3: Enge Kontakte (erwachsene Haushaltsmitglieder) von besonders gefährdeten Personen
  • P4: Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (mit altersdurchmischten Bewohnerinnen und Bewohnern)
  • P5: Alle anderen Erwachsenen, die sich impfen lassen möchten.

Da der Impfstoff aktuell sehr stark kontingentiert ist, wurde die erste Priorisierungsgruppe P1 des BAG weiter unterteilt. Innerhalb der ersten Impfgruppe wird wie folgt priorisiert:

  • P1.1: Menschen über 75 Jahre
  • P1.2: Menschen mit chronischen Krankheiten mit dem höchsten Risiko jeder Alterskategorie (Anhang Tabelle 2 der BAG/EKIF Impfempfehlung) 
  • P1.3: Die restlichen 65- bis 74-Jährigen
  • P1.4: Die restlichen Menschen mit chronischen Krankheiten

Der Kanton Bern wird ab dem 11. Januar somit initial die über 75-jährigen Menschen zur Impfung in den Impfzentren zulassen. Sollten die angebotenen Termine in den Impfzentren durch diese Priorisierungsuntergruppe nicht vollständig ausgeschöpft sein, werden die freien Termine unverzüglich für die Impfung der Menschen mit chronischen Krankheiten mit dem höchsten Risiko freigegeben (P1.2). Für die Bestätigung dieses höchsten Risikos ist vom BAG eine ärztliche Einschätzung vorgesehen, dazu folgen die Erläuterungen weiter unten im Text.

Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, werden gemäss der BAG-Priorisierungsliste zusätzliche Bevölkerungsgruppen für die Impfung freigegeben. Unabhängig von den Impfzentren wird in der Woche vom 11. Januar 2021 begonnen, in den Alters- und Pflegeheimen zu impfen. Dies wird in einer ersten Phase durch die mobilen Teams ab den Impfzentren und in einer zweiten Phase (voraussichtlich ab Februar) durch die Heimärztinnen und Heimärzte in Zusammenarbeit mit dem Personal der Alters- und Pflegeheime erfolgen. Dazu wird der Kanton im Januar zuerst die Heimärztinnen und Heimärzte und anschliessend (Februar) die gesamte Ärzteschaft anschreiben und anfragen, ob sie in ihrer Praxis ebenfalls Impfungen durchführen wollen. Die Durchführung von Impfungen ist gekoppelt an die Benutzung der digitalen Lösung zur Impfdokumentation (VacMe) des Kantons Bern sowie der Einhaltung der BAG- und Kantonsvorgaben. Dafür wird der Kanton für jeden Ort der Impfung vorgängig schriftlich die Rahmenbedingungen fixieren müssen, um den verschiedenen rechtlichen Grundlagen gerecht zu werden.

Eine genaue Prognose, ab wann die Impfungen in den ärztlichen Praxen zur Verfügung stehen werden, ist zurzeit noch nicht möglich. Dies hängt stark von den Zulassungen weiterer Impfstoffe und deren Verfügbarkeit ab.
Der Kanton wird bei einer grösseren Verfügbarkeit von Impfstoffen zuerst die Impfungen in Alters- und Pflegeheimen und in den Impfzentren ausbauen. Danach wird der Kanton Bern als erstes den Kontakt zu ärztlichen Praxen suchen, welche sich nicht in der Nähe eines Impfzentrums befinden und welche bereit sind, einzeln oder im Zusammenschluss mit anderen Praxen kleine «Impfzentren» zu betreiben. Anschliessend wird es allen Arztpraxen, welche Impfungen durchführen wollen, gleichzeitig möglich sein, zu impfen. Die Anzahl der zugeteilten Impfdosen wird sich nach der Verfügbarkeit des Impfstoffs und der Anzahl interessierter Praxen richten.
Um die volle Kapazität an Impfungen zu erreichen, wird der Kanton auf Ihre Mithilfe angewiesen sein. In der aktuellen Situation ist Ihnen der Kanton sehr dankbar, wenn Sie bei der Beratung der Menschen mithelfen können, damit alle einen für sie passenden Impfentscheid treffen können.

Wie oben bereits erwähnt, ist für die Gruppe der Patientinnen und Patienten mit dem höchsten Risiko eine ärztliche Bestätigung nötig. Um Ihren Zusatzaufwand möglichst gering zu halten, finden Sie hier das entsprechende Formular (PDF, 161 KB, 1 Seite). Es steht Ihnen jedoch frei, diese Bestätigung auf einem Rezeptblock oder einem sonst eindeutig der Verfasserin oder dem Verfasser zuordenbaren Dokument zu erstellen. Sie sind somit nicht verpflichtet, diese Vorlage zu verwenden. Der Name/Vorname und das Geburtsdatum der Person sowie die Wörter «Bestätigung», «Impfung» und «Krankheit mit höchstem Risiko» müssen jedoch in der Bestätigung enthalten sein.

Der Impfprozess lässt sich sowohl in Impfzentren wie auch in Arztpraxen gleich umsetzen. Dieser Prozess ist auf dem Plakat des Kantons Bern Wie lasse ich mich impfen? (PDF, 2 MB, 1 Seite) zusammengefasst. Wie darauf festgehalten, findet die Bevölkerung alle Informationen auf www.be.ch/corona-impfung und auf den dort verlinkten BAG-Seiten. Für Fachpersonen möchte der Kanton Bern auf die BAG-Seite Informationen für Gesundheitsfachpersonen und die dort enthaltenen FAQs verweisen. Spezifische Fachinformationen zum Impfstoff Comirnaty von Pfizer/BioNTech mit Stand vom 22.12.2020 finden Sie hier. Ergänzend dazu soll nun auf dem im Plakat dargestellten Impfprozess näher eingegangen werden.

1./2. Information und Entscheidung zur Impfung: Die Dokumente Informationen zur Impfung (PDF, 2 MB, 1 Seite) und der Fragebogen Selbsteinschätzung (PDF, 1 MB, 1 Seite) sind die Grundlagen für den «informed consent». Der «informed consent» wird bei der Registration (online durch Anklicken / im Callcenter durch Tastendruck) ein erstes Mal eingeholt, bei der Impfung nochmals mündlich erfragt und in der Impfdokumentation entsprechend dokumentiert. Im Fragebogen Selbsteinschätzung (PDF, 1 MB, 1 Seite) werden einige Umstände beschrieben, in welchen die betroffenen Personen hingewiesen werden, sich vorgängig mit einer Ärztin oder einem Arzt zu beraten, ob eine Impfung aus ärztlicher Sicht empfohlen ist oder nicht. Bitte halten Sie das Ergebnis des Gesprächs auf einem Rezeptblock oder einem kurzen Brief schriftlich fest. Bei empfohlener Impfung soll die betroffene Person die entsprechende Dokumentation zum Impftermin mitnehmen.

3. Registration: Die Registration zur Impfung kann online erfolgen www.be.ch/corona-impfung oder mittels Anruf im Callcenter unter der Nummer 031 636 88 00. Für die Registrierung braucht es die Krankenkassenkarte (Name der Krankenkasse und Versichertenkartennummer). Sollten Sie Patientinnen oder Patienten ohne Krankenkasse zur Impfung beraten, dann melden Sie sich auf med.vac@be.ch, um die Vorgehensweise zu klären.

4. Terminvereinbarung: Eine Terminvereinbarung ist möglich, wenn die bei der Registrierung ermittelte Impfgruppe freigegeben ist. Als Beispiel entsprechen die Personen über 75 Jahre der Impfgruppe A (P1.1), welche, wie vorangehend bereits erläutert, ab Impfbeginn freigegeben sein wird. Wird die Person einer Impfgruppe zugeordnet, welche noch nicht freigegeben ist, erhält sie am Ende der Registrierung eine Registrierungsbestätigung mit einem persönlichen sechsstelligen Registrierungscode (bestehend aus Buchstaben und Zahlen) und separat die Impfgruppenzugehörigkeit mittels eines Buchstabens (beispielsweise A). Der Kanton Bern wird über verschiedene Kanäle die Freigabe weiterer Impfgruppen zur Impfung mit Nennung der Impfgruppen-Buchstaben und ausformuliert kommunizieren. Personen mit einer Registrierungsbestätigung werden daraufhin durch erneutes Einloggen oder Anrufen im Callcenter ihren Termin buchen können. Die Terminvereinbarung ist ein Bestandteil im digitalen Impfprozess, welcher aktuell in Alters- und Pflegeheimen und später in ärztlichen Praxen übersprungen werden kann.
Bei der Buchung des Ersttermins wird sogleich der zweite Termin in Abstand von vier Wochen vergeben.

5. Am Impfort: Am Impfort kommen die Checkliste Impfakt des BAG (PDF, 131 KB, 2 Seiten) und die Ergänzungen des Kantons Bern zur Checkliste Impfakt des BAG (PDF, 455 KB, 2 Seiten) zur Anwendung. Zusammengefasst werden zuerst die Personalien und vorgängig gemachten Angaben der impfwilligen Personen kontrolliert und der «informed consent» nochmals erfragt. Anschliessend wird die Impfung unter ärztlicher Supervision (Newsletter Kantonsarztamt COVID-19 18/2020) durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt. Nach der Impfung ist für die Kontrolle allfälliger Nebenwirkungen ein mindestens 15-minütiger Verbleib am Ort der Impfung sicherzustellen. Dieser Ort wird in den Impfzentren als Ruhezone bezeichnet. Bekannte Allergikerinnen und Allergiker müssen 30 Minuten in dieser Zone verbleiben. Beim Eintreten unerwünschter Impferscheinungen (UIE), sei dies noch in der Ruhezone des Impfortes oder zu einem späteren Zeitpunkt, soll die geimpfte Person dies einer Fachperson melden. Sämtliche medizinische Fachpersonen sind somit aufgerufen, UIE über das digitale Portal von Swissmedic (ELViS) eine Erstmeldung zu erstatten, auch wenn sie die Impfung nicht selbst durchgeführt haben. Die Anleitung zu ElViS finden Sie hier (PDF, 717 KB, 5 Seiten).
Die Dokumentation der erfolgten COVID-19-Impfung erfolgt mittels Ausdruck der Impfbescheinigung aus der digitalen Lösung und fakultativ mittels Eintrag ins Impfbüchlein. Die Impfbescheinigung der ersten Impfung enthält einen klaren Verweis auf die nötige zweite Impfung (PDF, 2 MB, 1 Seite). Diese erfolgt am Ort der ersten Impfung mit demselben Impfstoff. Der volle Impfschutz wird erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung erreicht. Die Hygiene- und Abstandsvorschriften sind jedoch auch von den geimpften Personen weiterhin einzuhalten.

*6. Option myCovidVac von meineimpfungen.ch: Das BAG hat meineimpfungen.ch als Wunschlösung für die nachhaltige Verfügbarkeit der Impfdaten festgelegt. Der Kanton arbeitet bereits an der technischen Umsetzung, um die Impfdaten aus dem Kanton Bern an myCovidVac zu übermitteln. Dieser Prozess ist fakultativ und bedingt somit die explizite Zustimmung der impfwilligen Personen. Dem Kanton ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass mit einer vom BAG gewählten Lösung eine künftige Anbindung an das elektronische Patientendossier und die Ausstellung internationaler Impfbescheinigungen gewährleistet werden kann. Der Kanton bittet Sie, diese Aspekte in einer allfälligen Beratung Ihrer Patientinnen und Patienten miteinzubeziehen. myCovidVac ist nicht zu verwechseln mit der kantonalen Software VacMe, welche zur Registrierung, Terminvergabe und Dokumentation der Impfung entwickelt wurde und deren Prozess vorangehend beschrieben wurde. 

*Das BAG hat den Betrieb von meineimpfungen.ch aufgrund von Datenschutzbedenken einstellen lassen. Daraus folgt ebenfalls die Sistierung vom myCovidVac Projekt. Sobald eine vom Kanton geprüfte, sichere Stelle zur Erstellung eines elektronischen Impfausweises verfügbar ist, werden wir darüber informieren (Stand 26.03.2021).

Anhang

BAG/EKIF Impfempfehlung für den mRNA-Impfstoff Comirnaty® für den Beginn des Covid-19-Impfprogramms (Stand 22.12.20) (PDF, 368 KB, 17 Seiten)

 
Impfempfehlung für den mRNA-Impfstoff Comirnaty

Bild vergrössern Impfempfehlung für den mRNA-Impfstoff Comirnaty

05.01.2021 / KAZA


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