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Ausserkantonale Hospitalisation

Seit dem 1. Januar 2012 gilt gemäss Artikel 41 Absatz 1bis des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG) die freie Spitalwahl. Patientinnen und Patienten können für die stationäre Behandlung akuter Krankheiten (Somatik oder Psychiatrie) oder der stationären Durchführung von Massnahmen der medizinischen Rehabilitation das Spital frei wählen. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Listenspital handelt, d.h. das Spital muss auf der Spitalliste des Wohnkantons oder jener des Standortkantons aufgeführt sein (egal ob öffentliches Spital oder private Klinik). Dasselbe gilt sinngemäss für Geburtshäuser.

Aber Vorsicht, freie Spitalwahl heisst nicht unbedingt, dass die Kosten für stationäre Leistungen in der allgemeinen Abteilung von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) und vom Kanton in jedem Fall vollständig übernommen werden. Der Krankenversicherer und der Wohnkanton übernehmen die Vergütung der stationären Behandlung in einem Listenspital ausserhalb des Wohnkantons der Patientinnen und Patienten höchstens nach dem Tarif, der in einem Listenspital des Wohnkantons für die betreffende Behandlung gilt.

Zudem gehen allfällige Kosten für die Mehrleistungen einer Behandlung in der halbprivaten oder privaten Abteilung zu Lasten der Zusatzversicherung.

Was bedeutet das konkret für die Kostenübernahme einer ausserkantonalen Hospitalisation? Zwei Situationen sind zu unterscheiden:

A) Eine volle Kostendeckung durch die Grundversicherung und den Kanton Bern erfolgt, wenn:

  1. Das ausserkantonale Spital auf der Spitalliste des Kantons Bern aufgeführt ist
  2. Das ausserkantonale Spital auf der Spitalliste des Standortkantons aufgeführt und der Tarif dieses Spitals tiefer ist als der betreffende Referenztarif des Kantons Bern (beide Bedingungen müssen erfüllt sein)
  3. Das ausserkantonale Spital auf der Spitalliste des Standortkantons aufgeführt und der Tarif dieses Spitals höher ist als der betreffende Referenztarif des Kantons Bern und es liegt eine Kostengutsprache des Kantons Bern vor (diese drei Bedingungen müssen erfüllt sein).

B) Keine volle Kostendeckung durch die Grundversicherung und den Kanton Bern erfolgt, wenn:

  1. Das ausserkantonale Spital auf der Spitalliste des Standortkantons aufgeführt und der Tarif des behandelnden Spitals höher ist als der betreffende Referenztarif des Kantons Bern und es liegt keine Kostengutsprache des Kantons Bern vor.
  2. Das ausserkantonale Spital ist auf der Spitalliste eines Drittkantons aufgeführt oder ein Vertragsspital ist und es liegt keine Kostengutsprache des Kantons Bern vor.

Wann wird eine Kostengutsprache erteilt?

Eine Kostengutsprache wird nur für eine Behandlung mit Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erteilt, wenn die Behandlung aus medizinischen Gründen ausserhalb des Kantons Bern erfolgen muss (vgl. hierzu Artikel 41 Absatz 3 KVG).

Solche medizinische Gründe liegen vor:

  • bei einem Notfall (d.h. wenn ein akutes Ereignis ausserkantonal auftritt und der Zustand der zu behandelnden Person einen Transport in den Kanton Bern nicht gestattet),
  • wenn die Behandlung im Kanton Bern nicht verfügbar ist (d.h. das medizinische Angebot fehlt oder ist im Kanton Bern nicht fristgerecht verfügbar).

Behandlungen mit Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung, der Invalidenversicherung oder der Militärversicherung fallen nicht unter diese Bestimmungen.

Wer reicht ein Gesuch um Kostengutsprache ein?

  • Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt beantragt beim Kantonsarztamt eine Kostengutsprache vor dem geplanten Spitalaufenthalt in einem ausserkantonalen Spital. Eine Kostengutsprache benötigen Sie, wenn das ausserkantonale Spital auf der Spitalliste des Standortkantons aufgeführt und sein Tarif höher ist als der betreffende Referenztarif des Kantons Bern.
  • Bei ausserkantonalen Notfallhospitalisationen erfolgt die Kostengutsprache-Gesuchstellung durch die Spitalärztin oder den Spitalarzt.

Wer entscheidet über das Kostengutsprachegesuch?

  • Die Erteilung bzw. Ablehnung der Kostengutsprache erfolgt durch das Kantonsarztamt. Es teilt den Entscheid der Patientin/dem Patienten, der Patientenadministration des ausserkantonalen Spitals, der ärztlichen Leitung der Abteilung des ausserkantonalen Spitals, dem Krankenversicherer und der zuweisenden Ärztin/dem zuweisenden Arzt aus dem Kanton Bern mit.
  • Akzeptieren die betroffenen Patientinnen/Patienten bzw. deren Versicherer einen ablehnenden Entscheid nicht, so haben sie folgende Möglichkeiten:
    • Wenn Sie zusätzliche medizinische Angaben einbringen wollen, können Sie diese dem Kantonsarztamt zur nochmaligen Überprüfung unterbreiten.
    • Lehnt das Kantonsarztamt das Gesuch erneut ab, können Sie den ablehnenden Entscheid in Form einer anfechtbaren Verfügung verlangen.

Zusatzversicherung

Falls das Kantonsarztamt die Kostengutsprache ablehnt, empfehlen wir den Patientinnen und Patienten, die über eine Zusatzversicherung (wie zum Beispiel: allgemein ganze Schweiz, Halbprivat oder Privat) verfügen, mit dem Krankenversicherer Kontakt aufzunehmen, um die volle Kostenübernahme zu besprechen. Je nach Zusatzversicherungsvertrag ist der Krankenversicherer verpflichtet, die ausserkantonale Behandlung vollständig zu übernehmen.

Hinweis

Kontakte

Zustelladresse für Rechnungen / Beitragspflicht des Kantons / Tarife
Gesundheits- und Fürsorgedirektion, Spitalamt,
Rathausgasse 1, 3011 Bern, Tel. 031 633 46 11, Fax 031 633 79 67

Erteilung der Kostengutsprachen
Gesundheits- und Fürsorgedirektion, Kantonsarztamt, Rathausgasse 1, 3011 Bern, Tel. 031 633 79 39, Fax 031 633 79 29
      

Gesuchformulare und weitere Informationen

Rundschreiben: Finanzierung der ausserkantonalen Hospitalisation und Kostengutsprache ab dem 1. Januar 2012 gemäss Artikel 41 Absatz 3 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG) (PDF, 54 KB, 4 Seiten)

Informationsblatt für Patientinnen und Patienten bei einer ausserkantonalen Hospitalisation (PDF, 43 KB, 3 Seiten)

Gesuch um Kostengutsprache (PDF-Dokument)

Gesuch um Kostengutsprache (Word-Dokument)

Spitalliste des Kantons Bern
Erläuterung zum Leistungsauftrag „Nur Paraplegie/Tetraplegie“Der Leistungsauftrag gemäss Spitalliste des Kantons Bern ab 1. Mai 2012 (Rehabilitation), Neu­rologische Rehabilitation NERE, nur Paraplegie/Tetraplegie bezieht sich nur auf die Erstrehabilitationsbehandlung von Hoch- und Tiefgelähmten bei Rückenmarksläsion unabhängig von der Ursache und unabhängig vom Behinderungsgrad.

Referenztarife des Kantons Bern 2018 (PDF, 77 KB, 1 Seite) 

Referenztarife des Kantons Bern 2017 (PDF, 77 KB, 1 Seite)

Referenztarife des Kantons Bern 2016 (PDF, 78 KB, 1 Seite)

Referenztarife des Kantons Bern 2015 (PDF, 135 KB, 1 Seite)

Referenztarife des Kantons Bern 2014 (PDF, 134 KB, 1 Seite)

Referenztarife des Kantons Bern 2013 (PDF, 44 KB, 1 Seite)

Referenztarife des Kantons Bern 2012 (PDF, 47 KB, 1 Seite)

 


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